Rap-Newcomer Marvin (17) stirbt bei Verfolgungsjagd mit der Polizei
Tragischer Unfall in Lausanne
Der 17-jährige Rap-Newcomer Marvin, bekannt unter seinem Künstlernamen MNS, ist bei einer Verfolgungsjagd mit der Stadtpolizei Lausanne ums Leben gekommen. Laut ersten Erkenntnissen fuhr er deutlich zu schnell in einer Tempo-30-Zone, verlor die Kontrolle über seinen 300-ccm-Roller und prallte erst gegen einen Container, dann gegen die Mauer eines Garagengebäudes.
Die Patrouille hatte Blaulicht eingeschaltet, der Roller war zuvor als gestohlen gemeldet worden. Marvins Mutter widerspricht jedoch dem Bild eines kriminellen Jugendlichen und schildert ihren Sohn als stabilen, engagierten Teenager ohne Polizeieinträge. „Mein Sohn ist kein Rollerdieb. Er war kein Bandit, er war der Polizei nicht bekannt.“ Sie betont, zu Hause habe es nie Anzeichen für Delikte gegeben.
Die Familie lebt in der Schweiz, die Mutter arbeitet in der Sozialarbeit, der Vater im medizinischen Bereich. „Wir sind eine praktizierende christliche Familie. Wenn unsere Kinder nicht nach Hause kommen, rufen wir sie an.“ Marvin war das jüngste von drei Kindern und stand kurz vor einem Motivationssemester zur beruflichen Integration.
Trauer um Rapper MNS und offene Fragen
Marvin träumte von einer Musikkarriere. Seine Freunde berichten, dass er als MNS Tracks und Clips auf YouTube und in den sozialen Medien veröffentlichte, zuletzt mit seiner Crew 2SeptG. Kurz vor Mitternacht, nur Minuten vor dem Unfall, hatte er mit Freunden noch an einem Rap-Video gearbeitet, erzählt seine Mutter.
Sein Bruder gedenkt ihm emotional. „Du solltest bei mir sein, zu Hause, in unserem Zimmer, das wir immer geteilt haben. Wir haben alles zusammen erlebt.“ Freunde beschreiben Marvin als präsente, beliebte Figur in der Nachbarschaft. „Jeder hier kannte ihn - er war immer in der Nachbarschaft unterwegs.“
Während in Lausanne nachts teils Ausschreitungen folgten, bittet Marvins Umfeld um Besonnenheit. Bandkollege „MaKotazo“ sagt: „Ich akzeptiere, dass man auf seine Art trauert, aber es gibt bessere Wege. Dieses Verhalten entspricht Marvin nicht. Er war kein gewalttätiger Mensch.“ Die Ermittlungen zum genauen Ablauf der Verfolgung und den Umständen des Unfalls laufen.