Fler gibt bekannt, warum er wirklich aus Deutschland ausgewandert ist

Private Brüche und ein Neustart

In einem neuen Interview mit Hiphop.de erklärt Fler, warum er Deutschland verlassen hat. Der Berliner, der inzwischen auf Zypern lebt, beschreibt die Entscheidung als Summe mehrerer Einschnitte - privat, gesundheitlich und geschäftlich. Nach Jahren am Limit habe er Bilanz gezogen und sich für einen konsequenten Reset entschieden.

Besonders die Trennung von seiner langjährigen Partnerin habe ihn aus der Bahn geworfen. Parallel stagnierten Karriere und Release-Rhythmus, während er sich von Produzent Simes trennte. Über den Abschied des Beatmakers findet Fler sehr deutliche Worte: „Die Art, wie der Abgang war, war sehr dreckig. Einfach gegangen, dann feige irgendwas mir geschrieben. Dann so getan, als ob es an unserer Arbeit liegt. Oder an meiner Art.“

Hinzu kamen finanzielle Engpässe, gesundheitliche Warnsignale und der Wunsch, sich neu zu sortieren. Zypern bot ihm Abstand, Sonne und einen Ort, an dem er wieder Prioritäten setzen konnte. In Berlin habe es für ihn „nichts mehr zu holen“ gegeben - also fiel die Entscheidung zur Auswanderung.

„Fertig mit Deutschland“: Enttäuschungen, Loyalität und Werte

Emotional wird Fler, als er über persönliche Verluste und den Umgang des Umfelds spricht. Der 43-Jährige fühlte sich in schweren Momenten allein gelassen - auch von Menschen, die er zuvor unterstützt hatte. Sein Fazit fällt hart aus: „Ich bin fertig mit Deutschland!“

Er schildert, wie Loyalität und Beständigkeit aus seiner Sicht Mangelware geworden sind. Trotz Großzügigkeit und offener Kommunikation hätten ihn Wegbegleiter enttäuscht. „Du kannst Menschen nicht ändern. Du kannst ihnen nicht sagen, was Ehrlichkeit ist, was Grundvertrauen ist, was Liebe ist.“

Vor allem mangelnde Loyalität im Business sei ausschlaggebend gewesen. „Ich bin fertig mit diesem Deutschland, weil ich gemerkt habe, dass die Leute gierig sind, neidisch sind, abgefuckt sind und null Beständigkeit haben.“ Auf Zypern, sagt Fler, könne er fokussiert arbeiten und weiterhin er selbst bleiben: „Ich bin Fler. Ich gehe nach Zypern - ich bin immer noch Fler.“

Hier seht ihr es im Interview ab 17:45: