„Bankrotterklärung“ für deutsche Regierung – Prinz Pi besucht vom Stromausfall betroffene Gegend in Berlin
Prinz Pi kritisiert Regierungsversagen beim Stromausfall
Der Berliner Rapper Prinz Pi hat ein rund dreiminütiges Facebook-Video veröffentlicht und die Lage im vom Blackout betroffenen Südwesten Berlins aus nächster Nähe beschrieben. Er steht in Berlin-Zehlendorf bei eisigen Temperaturen und spricht von einem massiven Versagen der Verantwortlichen. Wörtlich nennt er die Situation eine „Bankrotterklärung an unsere Struktur“ und prangert den Umgang der Behörden mit der Krise an.
Im Fokus seiner Botschaft stehen die älteren Menschen im Bezirk. Er betont, dass besonders alleinstehende Seniorinnen und Senioren in Hochhäusern ohne Fahrstuhl festhängen. Dazu kritisiert er die Kommunikation der Behörden: „Wie soll man das machen ohne Strom? Wie viel Prozent der Bevölkerung haben ein batteriebetriebenes Notradio? 0,001 Prozent? Was ist das für ein Unsinn?“ Viele alte Betroffene seien zu stolz, um um Hilfe zu bitten, und würden die Situation still ertragen.
Gleichzeitig spricht Prinz Pi den Einsatzkräften ausdrücklich Anerkennung aus: „Die einzigen, die hier richtig einen Mega-Job machen, das ist das THW, das ist die Feuerwehr und das ist die Polizei.“ Nachbarschaftliche Hilfe funktioniere, Menschen klopften bei ihren Nachbarn, um zu unterstützen. Für ihn zeigt die Lage, wie fragil zentrale Infrastruktur in der Hauptstadt ist.
Brand an Kabelbrücke und anhaltende Ausfälle
Seit dem 3. Januar kämpfen Lichterfelde und Zehlendorf mit einem großflächigen Stromausfall. Auslöser war ein Brand an einer Kabelbrücke nahe dem Erdgaskraftwerk Lichterfelde. Empfindliche Leitungen eines Stromverteilers wurden beschädigt. Zehntausende Haushalte sind zeitweise ohne Strom, teilweise auch ohne Heizung.
Ermittler prüfen einen mutmaßlich politisch motivierten Anschlag als Ursache. Für viele Bewohner bedeutet das Tage mit Kälte, fehlendem Mobilfunk und eingeschränkter Versorgung. In Hochhäusern fallen Fahrstühle aus, Wände sind schlecht isoliert, und Informationsketten reißen ab.
Prinz Pi, gebürtiger Zehlendorfer, besuchte die betroffenen Straßenzüge und ordnete die Lage scharf ein. Er stellt die Frage nach Verantwortlichkeit in einer Stadt, die auf rasche Wiederherstellung angewiesen ist. Sein Video erhöht den Druck auf Politik und Versorger, Krisenpläne praxistauglich zu machen und verwundbare Gruppen gezielt zu schützen.
