„Die Deutschen supporten ihre Leute nicht“ – Fler kritisiert deutsche Rapfans
Fler moniert mangelnden Rückhalt in Deutschland
Im neuen Livestream legt Fler den Finger in die Wunde der Szene und spricht offen über aus seiner Sicht fehlenden Rückhalt in Deutschland. Er grenzt sich zwar von pauschalem Nationalstolz ab, verweist aber auf andere Communities, die aus seiner Beobachtung geschlossener agieren. Wörtlich hält er fest: „Ich sag nicht, ich rappe nur, wenn ich die stabilen Deutschen hinter mir habe (…). Nein, aber die Canucks sagen das. (…) Die sagen das, die supporten ihre Leute. Yo, Fahne hoch, da ist was, komm wir supporten den.“
An einem Beispiel macht Fler die These fest und vergleicht Wahrnehmungen in der Szene. Dabei fällt auch der Name von Manuellsen. Seine zugespitzte Diagnose lautet: „Bruder, Alter, die Deutschen in Deutschland, Bruder, die supporten nicht ihre Leute.“ Aus Flers Sicht gehe es weniger um Herkunft als um Loyalität innerhalb von Gruppen, die im Rapgeschäft oft über Erfolg oder Misserfolg entscheide.
Gleichzeitig warnt er vor blindem Gruppendenken. Fler betont ausdrücklich: „Man soll nicht pauschal jemanden supporten, weil er deutsch ist. So ein Quatsch.“ Es geht ihm um Mechanismen der Szene, die er im Vergleich zu anderen Milieus als zögerlicher bewertet. Das Thema treibt ihn seit Monaten um, wie seine jüngsten Streams und Auseinandersetzungen zeigen.
„Rap ist Competition“ - Zwischen Beef und Support
Inhaltlich stellt Fler die Debatte in den Kontext von Wettkampf und Auseinandersetzung. Für ihn gehört das zum Genre: „Rap ist Competition, Rap ist Beef. Rap ist Beef.“ Er spricht darüber, dass viele Fans in Konfliktphasen abspringen und damit jenen Rückhalt fehlt, der Künstler durch schwierige Phasen trägt.
Zur Verdeutlichung zieht Fler Vergleiche aus dem Sport heran und beschreibt, wie sich Lager in aufgeheizten Situationen bilden. Er skizziert ein Beispiel aus dem Fußballumfeld und knüpft daran seine Kritik am deutschen Publikum. In der Summe bleibt sein Punkt bestehen: In entscheidenden Momenten fehle die breite Unterstützung.
Der Berliner verweist schließlich auf persönliche Erfahrungen. Wenn es für ihn ernst wurde, habe er kaum etwas von einer Fanbasis gespürt: „In dem Augenblick, wo es für mich darauf ankam (…) da habe ich nicht gemerkt, dass ich Fans habe.“ Damit reiht sich die Aussage in seine jüngsten Ansagen ein, in denen er bereits mehrfach Missstände in der deutschen Rapszene adressierte und sein aktuelles Standing im laufenden Beef verortete.
