P. Diddys Anwälte wollen das Urteil komplett aufheben lassen
Anwälte von P. Diddy drängen auf komplette Aufhebung
Vor dem Berufungsgericht in New York fordern die Anwälte von Sean “Diddy” Combs, das bestehende Urteil vollständig aufzuheben. Verteidigerin Alexandra Shapiro argumentierte, Combs sei zu Unrecht verurteilt worden und habe zudem eine unüblich hohe Strafe erhalten. Der zuständige Richter bezeichnete den Fall als „außergewöhnlich schwierig“. Eine Entscheidung steht noch aus.
Combs war im September 2024 in New York festgenommen worden. Nach einem medial eng begleiteten Prozess befand die Jury ihn in zwei von fünf Anklagepunkten für schuldig - wegen Nötigung von Frauen zur Prostitution in zwei Fällen. Bei den schwerwiegenderen Vorwürfen S*xhandel und organisierte Kriminalität sprach die Jury ihn frei; Combs wies alle Anschuldigungen zurück.
Im Oktober 2025 setzte das Gericht das Strafmaß auf vier Jahre und zwei Monate Haft sowie eine Geldstrafe fest. Die Staatsanwaltschaft hatte mehr als elf Jahre Haft gefordert. Shapiro erklärte, es handele sich „um die höchste jemals verhängte Strafe für eine Anklage dieser Art bei einer derartigen strafrechtlichen Vorgeschichte“. Die Staatsanwaltschaft argumentierte dagegen.
Hintergrund, Aussagen im Prozess und mögliche Folgen
Combs sitzt derzeit im Bundesgefängnis Fort Dix in New Jersey. Laut Behördeneintrag ist seine voraussichtliche Entlassung für den 15. April 2028 terminiert. Wir berichteten zuletzt über mehrfache Anpassungen des Haftendes. Bleibt die Verurteilung bestehen, muss er bis zu diesem Datum in Haft bleiben.
Im Prozess sagten mehrere Frauen aus, Combs habe sie geschlagen, bedroht und erpresst sowie s*xuelle Übergriffe verübt. Seine frühere Partnerin Casandra “Cassie” Ventura berichtete, er habe sie im Verlauf ihrer zehnjährigen Beziehung Hunderte Male zum S*x mit Fremden gezwungen. Den Geschworenen wurde zudem ein Video gezeigt, in dem Combs Cassie durch einen Hotelflur zog und schlug.
Im Berufungsverfahren sind mehrere Szenarien denkbar: die vollständige Aufhebung, ein neues Verfahren oder eine Reduktion des Strafmaßes. Die Verteidigung kritisiert, dass bei der Strafzumessung Aspekte eingeflossen seien, von denen die Jury freigesprochen habe. Das Gericht prüft die Argumente beider Seiten; ein Zeitplan für die Entscheidung ist bislang offen. Raptastisch bleibt an der Sache dran.

