Baran Kok: „Ich bin erst frei, wenn Deutschland schwul ist“
Baran Kok
In den vergangenen paar Monaten ist Baran Kok durch Tiktok zum Superstar geworden. Zuvor machte sich der kurdischstämmige Rapper einen Namen als DJ in der Berliner Clubszene, in der er nach seinem Umzug aus Baden-Württemberg aktiv geworden ist.
Bekannt wurde er durch virale Rapsongs wie „AMG Kanake“. Der Fakt, dass er einen Migrationshintergrund hat und gleichzeitig so offen mit seiner Homos*xualität umgeht, macht ihn sichtbar in der Deutschrapszene. Denn er ist zwar nicht der erste schwule Rapper in Deutschland, die Art und Weise in der er sich in seiner Musik auslebt sticht aber dennoch heraus.
Auch seine Herkunft hat es ihm erschwert, ein normaler Leben als Heranwachsender zu führen. In einem Livestream mit Marli beschrieb Baran Kok vor einiger Zeit, wie er bemerkt hat, dass er schwul ist. Auch er selbst habe sich zunächst gedacht, dass er – vor allem als Kurde – nicht schwul sein dürfe.
„Das darf nicht sein“
„Also, Baran war richtig lang ein ganz normaler Junge. Bis Baran das erste Mal gewixt hat. Ne, ja, ich weiß nicht, ob es das erste Mal war, aber so, wenn man halt anfängt zu jacksen, so. Und dann war ich so, oh! Wieso achte ich auf den Typen und nicht auf die Frau? Weißt du? Mit 13, Digga. Komplett am Ende. Und dann war ich so… Das darf nicht sein. Du kannst halt nicht so. Du bist Kurde! Du darfst halt nicht. Das darf nicht passieren. Das darf nicht rauskommen. Das ist auch nicht Realität. Das ist gerade einfach passiert.“
„Bin erst free, wenn Deutschland schwul ist“
Jetzt hat Baran Kok ein Interview in der Taz gegeben, in der sowohl Deutschland als ganzes, aber auch die Deutschrap-Szene spezifisch mit einem unangenehmen Vorwurf konfrontiert werden. Das Blatt schreibt nämlich, dass Baran Kok „die homophobe Deutschrap-Szene auf den Kopf“ stellen würde.
Ob man die Deutschrapszene einfach so als „homophob“ bezeichnen kann, lässt sich durchaus diskutieren. Dass die Taz zu diesem Urteil kommt, fühlt sich angesichts der vielen positiven Entwicklungen in diese Richtung ein stückweit ungerecht an. Fakt ist aber auch, dass sich dieser Vorwurf nur von jemandem beurteilen lässt, der tatsächlich selbst betroffen ist.
Und dort kommt Baran Kok zu dem Fazit, dass es immer noch Hass gegen ihn gibt: „Ich bin erst free, wenn Deutschland schwul ist. (…) Wenn du Kanake bist und dann noch schwul, hast du schon mit soviel Scheiße zu kämpfen gehabt, dass dich nicht juckt, was irgendein Moritz auf Tiktok schreibt.“
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