Marcus Staiger entschuldigt sich bei Xavier Naidoo: „Ihm ist sehr viel Unrecht getan worden“

Xavier Naidoo

In den vergangenen paar Tagen wurden die Rufe nach einer Entschuldigung bei Xavier Naidoo lauter. Vor allem aus der Rapszene erhoben sich Stimmen, wonach der 54-Jährige zu Unrecht diskreditiert wurde und ein stückweit zur Persona non Grata geworden ist.

Die Forderungen nach einer Entschuldigung richteten sich dabei vor allem an den TV-Sender RTL, der den Sänger aus der DSDS-Jury verbannte. Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass Naidoo zwischenzeitlich stark mit der rechts*xtremen Reichsbürgerbewegung anbandelte und sehr fragwürdige Persönlichkeiten untersützte.

Er selbst hat sich von diesen Gruppierungen bereits im Jahr 2022 distanziert und erkannte seinen Fehler an: „Ich war von Verschwörungserzählungen geblendet – und habe sie nicht genug hinterfragt. Habe mich zum Teil instrumentalisieren lassen.“ Durch die Erkenntnisse aus den Epstein Files hat er sich in den Augen vieler zusätzlich rehabilitiert.

Marcus Staiger

Das sieht auch Marcus Staiger so, der zu den größten Kritikern von Xavier Naidoo gehört. Und das schon lange vor dessen Tränen-Video im Jahr 2020. Vor über 10 Jahren warf er Naidoo „pure Dummheit“ und Homophobie vor und erklärte ihn zum „christilichen Fundametalisten“. Zumindest hinsichtlich der aktuellen Enthüllungen der Epstein Files, empfindet er trotz dieser Vorgeschichte eine gewisse Empathie gegenüber dem Sänger.

Wie Staiger im „Kommon jetzt“-Podcast sagt, sei Menschen wie Xavier Naidoo oder auch B-Lash „sehr viel Unrecht getan“ worden. Diese hätten sich mit Themen wie „rituellen Kindesmissbrauch“ beschäftigt und wollten öffentlich darauf aufmerksam machen, seien damit aber „gegen eine Wand gelaufen“.

Er wirft sich selbst und anderen eine gewisse „Ignoranz“ gegenüber diesen Themen vor, weil Verbrechen wie die von Epstein unvorstellbar schienen. Man habe die Aussagen von Xavier Naidoo zu leichtfertig abgetan. Durch die gesellschaftliche Ablehnung habe sich dann ein Verhalten entwickelt, das einer Psychose gleichkommt. Im Gesprächsverlauf wird Staiger noch einmal deutlich nuancierter in Bezug auf Naidoo, in diesem Punkt spricht er dennoch eine ziemlich deutliche Entschuldigung aus.

Marcus Staiger über Xavier Naidoo

„Müssen wir uns bei Xavier Naidoo entschuldigen? Auf eine gewisse Art und Weise: Ja, müssen wir uns bei Xavier Naidoo entschuldigen. Und auch bei B-Lash. Weil die seit Jahren diese Themen auf den Tisch bringen und man das so abtut. Ins Lächerliche zieht und einfach sagt, ok die haben eine Psychose, die sind verrückt. Also für diesen Teil muss man sich bei ihnen entschuldigen. (…) Da ist denen wirklich sehr viel Unrecht getan worden.“

Hier hört ihr den Podcast