„Hätte mich fast ruiniert“ – Rechtsanwalt Christian Solmecke wäre durch Bushido fast pleite gegangen

Christian Solmecke

So gut wie jeder dürfte bereits etwas von Rechtsanwalt Christian Solmecke gehört haben. Über 1 Million Abonnenten sehen sich regelmäßig die Videos auf seinem Youtube-Kanal „WBS Legal“ an, wo er seine Einschätzungen zu aktuellen Rechtsprechungen und Vorfällen aus dem Social Media-Bereich spricht. Dank seines Kanals konnte er sich einen Namen als bekanntester Medienrechtsanwalt Deutschlands aufbauen.

Downloadkrise

Wie Christian Solmecke im Ungeskriptet-Podcast mitteilt, hätte sein Berufsleben jedoch beinahe einen herben Dämpfer bekommen und womöglich ein frühes Ende finden können. Zu Beginn seiner Laufbahn als Anwalt vertrat er die Eltern von Kindern, die sich illegal Musik im Internet heruntergeladen, bzw. diese getauscht haben.

Bevor es Spotify und Co. gab, als das Internet für viele noch eine Art rechtsfreier Raum gewesen ist, wurden Alben illegal im Internet zum Download angeboten – zum Leidwesen der Künstler, die plötzlich deutlich weniger CDs verkauft haben. Um die sogenannte Downloadkrise zwischen 2008 und 2010 zu bekämpfen, wurden rechtliche Mittel genutzt, um Nutzer solcher Plattformen abzumahnen. Genau diese Nutzer, bzw. deren Erziehungsberechigten, hat Christian Solmecke damals vertreten.

Abmahnung von Bushido

Auch Bushido hat damals Abmahnungen an Nutzer herausgeschickt, die seine Musik illegal heruntergeladen haben, was Standardpraktik in der Musikindustre gewesen ist. Dabei traf er in einem Fall auch auf einen Jungen, der von Rechtsanwalt Solmecke vertreten worden ist.

Und als damals noch unerfahrener Anwalt hat sich Solmecke einen groben Fehler geleistet: Er schrieb, dass sein Mandant keine Musik heruntergeladen hat. Der Anwalt von Bushido konnte jedoch belegen, dass Solmecke über dessen Aktivität Bescheid wusste. Dadurch konnte die Seite von Bushido nachweisen, dass der Rechtsanwalt wissentlich gelogen hat, was Anwälten in Deutschland rechtlich verboten ist.

Sie forderten aus diesem Grund Schadensersatz in bis zu 30.000 Fällen, die von Solmecke vertreten worden sind. Und tatsächlich bekamen sie in zwei Instanzen Recht, was den jungen Rechtsanwalt beinahe in den Ruin getrieben hätte. Erst vor dem Bundesgerichthof wurden die Abmahnungen abgewiesen. Stattdessen wurde erklärt, dass Solmecke gerügt werden könne und seine Anwaltslizenz verliert, wenn er nochmal beim Lügen erwischt wird.

Christian Solmecke über Bushido

„Wir hatten damals in jedem Schriftsatz drin: ‚Unser Mandant war das nicht.‘ Und da hat Bushido gesagt: ‚Oh, Solmecke lügt.‘ Ein Anwalt darf aber nicht lügen in Deutschland. Ich hab in meinem jugendlichen Leichtsinn reingeschrieben: Unser Mandant war das nicht.

Und jetzt sagt natürlich Bushidos Anwalt: ‚Solmecke, wir kennen die Mail, die dein Mandant dir geschrieben hat. Er hat diese Bushido CD getauscht. (…) Du lügst und als Anwalt darfst du nicht lügen.‘ Das ist wirklich verboten, unser Berufrecht. (…) Dann hab ich verloren beim Landgericht Köln, beim Oberlandesgericht, das hätte mich fast ruiniert. (…) Sie wollten Schadensersatz.“

@deepstorytalk

Anwalt fast ruiniert wegen Bushido-CD-Tausch? Damals Musik-Tauschbörsen gegen Rapper verteidigt. Prozess bis zum Bundesgerichtshof! #Anwalt #Bushido #Rechtsstreit #Urheberrecht #Gericht

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