Mariybu und Ebow: „Es sind nicht alle Männer, aber es ist immer ein Mann“

Collien Fernandes

Der Fall Collien Fernandes ging in den vergangenen Tagen nicht nur durch Deutschland, sondern auch um die ganze Welt. Selbst internationale Medien berichteten über die schweren Vorwürfe gegen Christian Ulmen, dem von seiner Ex-Frau vorgeworfen wird, sie über Jahre „virtuell vergewaligt“ zu haben.

In den ersten Tagen war die Solidarität mit Collien überwältigend, allein ihr eigener Post sammelte knapp 900.000 Likes. Seither regte sich aber auch Widerstand, vor allem weil sie keinen Beweis dafür erbracht hat, dass Ulmen seine Taten ihr gegenüber zugegeben hat.

Dadurch steht es Stand jetzt Aussage gegen Aussage. Auch die Ermittlungen nach einer früheren Anzeige gegen Unbekannt wurden eingestellt, könnten demnächst aber wieder aufgenommen werden wenn es belastbare Hinweise oder Beweise auf die Täterschaft von Ulmen gibt. Rein rechtlich wirkt es zumindest aber so, als würden die Taten gegen Collien Fernandes ungestraft bleiben.

„Nicht alle Männer“

Nur Tagen bevor Collien Fernandes ihren Fall öffentlich gemacht hat, veröffentlichten Mariybu und Ebow ihren Featuresong „Nicht alle Männer“. Und wie der Zufall es wollte, passt dieser thematisch exakt zu dem, was sich aktuell rundum Fernandes abspielt. Obwohl der Song vor ihrem Post erschien, wirkt er so, als wäre er für sie geschrieben worden.

In den vergangenen Tagen fanden deutschlandweite Demos statt, bei denen auf den Fall Fernandes und andere Fälle aufmerksam gemacht worden sollte. Dort entwickelte sich „Nicht alle Männer“ zu einem Dauerbrenner, der so etwas wie der Protest-Song der aktuellen Bewegung geworden ist. Auch im Netz geht der Song gerade extrem viral mit Hunderttausenden von Likes und entwickelt sich zu einer Hymne der Frauenrechtsbewegung.

Auszug aus „Nicht alle Männer“

„Es sind nicht alle Männer, aber es ist immer ein Mann
Doch keiner von ihn’n war es, sie hab’n weiße Westen an
Jede meiner Freundinn’n hat die Scheiße mal erlebt
Aber niemand ist ein Täter und ich frag‘ mich, wie das geht“

Hier hört ihr es