Konygebony löst massiven Polizeieinsatz in den USA aus
Kony verliert sein Wallet mitten im Livestream
Seit Ende Juli streamt Konygebony aus Miami, und der 22-Jährige nimmt seine Zuschauer dabei praktisch rund um die Uhr mit auf die Straße. Bei einem dieser IRL-Streams hielt er an einem Walgreens an der Collins Avenue in Miami Beach, um sich eine Cola zu holen. Beim Verstauen seiner Sachen rutschte ihm vor dem Laden sein Cardholder aus der Hosentasche. Kony bemerkte davon nichts und lief einfach weiter.
Erst rund eine halbe Stunde später fiel ihm auf, dass die Geldbörse fehlte. Was danach passierte, lief komplett vor laufender Kamera ab. Nach eigener Aussage wäre er ohne den Cardholder komplett aufgeschmissen, weil dort sein gesamtes Geld drin war. Der Streamer wirkte sichtlich neben sich und fragte in die Kamera: „Warum passieren mir nur schlechte Sachen, Bruder?“
Gerettet hat ihn ausgerechnet sein eigener Chat. Die Zuschauer hatten den Moment im Stream mitverfolgt und konnten ihm genau sagen, an welcher Stelle vor dem Eingang das Wallet gelegen hatte. Kony war hörbar beeindruckt: „Einfach im Stream sieht man das. Alter, wie krass seid ihr, Bruder?“ Damit hatte er einen Videobeweis in der Hand - bloß lag die Geldbörse längst nicht mehr da. Drin waren sein deutscher Führerschein, sein Ausweis, zwei Bankkarten und die Schlüsselkarten für sein Hotel. Für jemanden, der noch im Juni wegen seiner Finanznot im Stream in Tränen ausgebrochen ist, ein denkbar schlechter Zeitpunkt.
Polizeiaufgebot in Miami Beach - und Kony darf einfach weiterstreamen
Kony entschied sich, direkt die Polizei zu rufen. Die Mitarbeiterin in der Notrufzentrale nahm die Adresse auf, riet ihm, sofort sämtliche Karten sperren zu lassen, und sagte ihm zu: „An officer will be dispatched as soon as possible.“ Als Treffpunkt wurde der Walgreens vereinbart. Nach und nach rollten immer mehr Streifenwagen an - für eine verlorene Geldbörse ein Aufgebot, über das sich die Zuschauer köstlich amüsierten.
Die Beamten nahmen eine Verlustanzeige auf, machten Kony aber wenig Hoffnung. Ohne Videomaterial lasse sich nicht nachweisen, dass überhaupt jemand die Geldbörse an sich genommen habe, und der Walgreens hat seine Kameras ausschließlich im Innenraum. Dazu kommt ein bürokratisches Problem: Weil Kony kein US-Bürger ist, würde er selbst dann nicht benachrichtigt werden, wenn das Wallet als Fundsache abgegeben wird. Er müsste eigenständig auf der Wache nachfragen.
Während der Aufnahme meldete sich dann ein Bekannter bei ihm. Jemand habe versucht, mit seiner Karte bei einem Fahrradverleih in Miami Beach zu bezahlen. Für Kony war damit klar, dass die Geldbörse nicht einfach nur liegen geblieben ist: „Die wollten einfach direkt was kaufen mit meiner Karte, Bruder.“ Er ließ daraufhin auch die Hotelkarten sperren, damit niemand in sein Apartment kommt. Trotz des Ärgers zeigte er sich vom Auftreten der US-Beamten regelrecht begeistert: „Aber ich feier die Cops, Bruder, dass die mir erlauben zu streamen und so.“ Dass Rapper und Streamer zur Zielscheibe werden, ist derzeit kein Einzelfall - erst vor wenigen Tagen wurde ein Einbruch bei Pa Sports mit einer Beute von 320.000 Euro bekannt.
