„Er hat damit Millionen gemacht“ – Eko Fresh enthüllt seine Bezahlung für Bushidos Platin-Album

30.000 Euro für ein Platin-Album

Über Jahre hinweg wurde spekuliert, ob Eko Fresh für seine Arbeit an Bushidos Katalog überhaupt Geld gesehen hat. In seinem Interview mit Rechtsanwalt Christian Solmecke von WBS Legal nennt der Kölner jetzt erstmals eine konkrete Zahl. Solmecke hakt an der Stelle nach, weil er ihm nicht abnimmt, dass jemand ein komplettes Album ohne Vertrag und ohne Bezahlung schreibt.

Die Antwort kommt prompt: „ich habe 30.000 € bekommen“, sagt Eko über „Von der Skyline zum Bordstein zurück“ und ordnet die Summe direkt ein: „was für mich damals sehr sehr viel Geld war“. Seine Lage sei zu diesem Zeitpunkt eine völlig andere gewesen als die von Bushido. „Ich war in Köln Kalk, ich hatte nicht viel Geld“, erinnert er sich, er habe in einer Einzimmerwohnung gelebt und auf sich allein gestellt große Herausforderungen stemmen müssen.

Das Geld sei ihm vorab zugesagt worden, also bevor klar war, ob daraus ein Hit wird. Abgerechnet wurde es laut Eko auf Rechnung als beratender Posten. Dass Bushido die Situation erkannt und daraus womöglich Profit geschlagen habe, sei rückblickend der unschöne Teil. Die Summe an sich will er nicht schlechtreden - sie habe ihn in dem Moment gerettet.

Über die GEMA wurde nie gesprochen

Deutlich brisanter wird es bei der Frage nach den Urheberanteilen. Ob damals über die GEMA-Einnahmen geredet wurde, verneint Eko klar: „Da wurde nie darüber gesprochen.“ Solmecke ordnet das als den eigentlichen Knackpunkt ein, weil der Backkatalog dauerhaft Geld abwirft. „Das ist ja sowas wie eine Rentenversicherung“, sagt der Anwalt über die GEMA.

Gegen die einmalige Zahlung stellt Solmecke die mutmaßlichen Einnahmen: „Er wird damit mutmaßlich Millionen gemacht haben.“ Juristisch verweist er auf den sogenannten Bestsellerparagrafen, über den Urheber Nachforderungen stellen können, wenn ein Werk erfolgreicher wird als vorher gedacht. Der Haken: Rückwirkend lassen sich im Wesentlichen nur die letzten drei Jahre einfordern, der Rest ist verjährt.

Beim Ausstieg aus dem Plattenvertrag floss laut Eko noch einmal eine ähnliche Summe. Er habe über einen Anwalt die Trennung erreicht und glaubt, dafür erneut 30.000 Euro bekommen zu haben. Reich gemacht habe ihn das nicht: „Ich war wieder broke.“ Wie viel Geld in dem Katalog steckt, zeigte sich später auch an anderer Stelle - etwa, als Arafat Abou-Chakers Goldplatte zu genau diesem Album versteigert wurde.