„Verstörendes Signal“ - Clan-Chef Issa Remmo taucht bei Wahlparty der Linken auf
(Credits: Spiegel TV)
Issa Remmo bei der Wahlparty der Neuköllner Linken
Der Wahlabend in Berlin hat eine Nebengeschichte bekommen, über die inzwischen die halbe Stadt spricht. Bei der Wahlparty des Neuköllner Bezirksverbands der Linken tauchte Issa Remmo auf - der Mann, der in Berlin seit Jahren als Chef des Remmo-Clans gilt. Sein Besuch löste deutliche Kritik aus und brachte die Partei innerhalb weniger Stunden in Erklärungsnot.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) meldete sich auf der Plattform X zu Wort und bezeichnete Remmos Anwesenheit dort als „verstörendes Signal“. Weiter schrieb er: „Gerade eine Partei, die Verantwortung für unsere Stadt übernehmen will, muss unmissverständlich deutlich machen, dass es keinerlei Nähe zu Strukturen geben darf, die zur organisierten Kriminalität gehören.“
Wegner forderte von der Berliner Linken zudem eine „klare und transparente Erklärung“ dazu, wie es zu dem Auftritt gekommen sei und ob Remmo eine Einladung erhalten habe. Damit verlagerte sich die Debatte binnen kurzer Zeit vom Wahlergebnis auf die Gästeliste einer Bezirksfeier.
Die Linke weist eine Einladung zurück
Die Neuköllner Linke distanzierte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur von Remmo. „Es handelte sich um eine öffentliche Veranstaltung, zu der auch ungeladene Personen Zutritt hatten“, teilte Jorinde Schulz aus dem Bezirksvorstand mit. Remmo habe keine Einladung bekommen.
Nach Darstellung der Partei seien Remmos Anwesenheit und seine Identität während der Veranstaltung nicht bekannt gewesen. Politische oder persönliche Beziehungen zu ihm gebe es keine. Die Erklärung kam schnell - ob sie Wegner als die geforderte transparente Aufklärung genügt, ist eine andere Frage.
Der Name Remmo begleitet Berlin seit Jahren durch Schlagzeilen über Razzien, Prozesse und eingezogene Vermögen. Zuletzt war Issa Remmo bei uns Thema, als er trotz beschlagnahmter Immobilien öffentlich mit seinem Geld prahlte. Am selben Wahltag meldete sich außerdem Arafat Abou-Chaker mit einer Wahlempfehlung für das BSW - prominente Berliner Namen prägen diesen Wahltag also gleich mehrfach.

