Linke distanziert sich vom Remmo-Clan: „Mit organisierter Kriminalität hat die Linke nichts zutun“

(Credits: Spiegel TV)

Issa Remmo

Nach dem Auftritt von Clanchef Issa Remmo auf einer Wahlparty der Berliner Linken hat sich die Partei klar distanziert. Spitzenkandidatin Elif Eralp erklärte im ZDF: „Er war nicht eingeladen und wurde wieder rausgeschickt“. Sie betonte zudem: „Mit organisierter Kriminalität haben wir nichts zu tun, die bekämpfen wir“. Remmo war bei einer Feier der Linken im Bezirk Neukölln aufgetaucht.

Die Neuköllner Linke unterstrich, dass es keine Nähe zu Remmo gebe. Aus dem Bezirksvorstand erklärte Jorinde Schulz gegenüber der dpa: „Es handelte sich um eine öffentliche Veranstaltung, zu der auch ungeladene Personen Zutritt hatten“. Weiter hieß es: „Uns war die Person und ihre Anwesenheit im Speziellen nicht bekannt, sie steht nicht auf unserer Anmeldeliste“. Der Besuch habe daran „selbstverständlich nichts geändert“.

Nach Angaben des Vereins democ soll Remmo in Begleitung des PFLP-Aktivisten Ibrahim Ibrahim gewesen sein. Die PFLP wird von der EU als Terrororganisation eingestuft und dem Links*xtremismus zugeordnet. Dem Tagesspiegel zufolge lobte Ibrahim im vergangenen Sommer bei einer Versammlung die Terrororganisation Hisbollah und Attentäter als Märtyrer.

„Verstörendes Signal“

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nannte auf X den Vorfall ein „verstörendes Signal“ und forderte klare Abgrenzung: „Gerade eine Partei, die Verantwortung für unsere Stadt übernehmen will, muss unmissverständlich deutlich machen, dass es keinerlei Nähe zu Strukturen geben darf, die zur organisierten Kriminalität gehören“. Grünen-Landeschefin Nina Stahr sagte der dpa: „Das wird die Linke klären müssen, was da passiert ist, warum das passiert ist“.

Mitgliedern des Remmo-Clans werden zahlreiche Straftaten vorgeworfen. In spektakulären Fällen kam es zu Verurteilungen, darunter die Beteiligung am Diebstahl der 100 Kilogramm schweren Goldmünze Big Maple Leaf aus dem Berliner Bode-Museum 2017 sowie der Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden 2019.

Die Linke gewann die Berlin-Wahl deutlich. Nach vorläufigem Ergebnis erreichte sie 25,7 Prozent, vor CDU (18,8 Prozent) und AfD (16,3 Prozent). Es folgen Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent). BSW (4,7 Prozent) und FDP (2,5 Prozent) verpassten den Einzug. Grünen-Politikerin Stahr erwartet Klarheit vor möglichen Koalitionsgesprächen.