„Jay-Z hat mich nie vergewaltigt“ - Klägerin widerruft alle Vorwürfe
(Credits: Mikamote / CC BY-SA 3.0)
Die komplette Kehrtwende
Knapp zwei Jahre nach ihrer Klage hat die Frau, die Jay-Z der Vergewaltigung beschuldigt hatte, ihre Vorwürfe vollständig widerrufen. In einer zwölfseitigen eidesstattlichen Erklärung, die am vergangenen Donnerstag bei einem Bundesgericht in Manhattan eingereicht wurde, räumt sie ein, dass an ihren Anschuldigungen gegen den Rapper nichts dran gewesen sei. Die Frau, in den Akten als Jane Doe geführt, hatte im Dezember 2024 schwere Vorwürfe gegen Jay-Z erhoben: Er habe sie im Jahr 2000 als 13-Jährige auf einer Afterparty der MTV Video Music Awards gemeinsam mit Sean „Diddy“ Combs betäubt und vergewaltigt.
Davon ist nun nichts mehr übrig. „Shawn ‚Jay-Z‘ Carter hat mich nie vergewaltigt. Ich habe Mr. Carter nie getroffen oder mit ihm gesprochen. Mr. Carter hat sich mir gegenüber nie in irgendeiner Weise unangemessen verhalten. Keine meiner Behauptungen gegen Mr. Carter entspricht der Wahrheit“, heißt es in dem Schreiben. Auch ihre Schilderung, Carter und Combs hätten sie vergewaltigt, während eine weitere prominente Person zusah, sei falsch gewesen.
Was sie damit angerichtet hat, ist ihr bewusst: „Mir ist bewusst, dass meine falschen Anschuldigungen Mr. Carter immensen Schmerz, Leid und Schaden zugefügt haben, die niemals vollständig ungeschehen gemacht werden können.“ Bei Jay-Z entschuldigt sie sich „aufrichtig und bedingungslos“. Geld habe sie weder von Carter noch von jemandem in seinem Auftrag erhalten. Ihr neuer Anwalt James Blair Newman Jr. erklärt, seine Mandantin halte daran fest, Opfer eines s*xuellen Übergriffs geworden zu sein. Mit ihren Vorwürfen gegen Carter habe sie sich vollkommen geirrt.
Jay-Z macht gegen Buzbee weiter
In der Erklärung schildert die Frau auch, wie es überhaupt zu der Klage kam. Im Herbst 2024 sei sie auf eine Facebook-Anzeige gestoßen, mit der nach Menschen gesucht wurde, die Combs s*xuelle Übergriffe vorwerfen könnten. Die Anzeige habe Erinnerungen an eine Vergewaltigung in ihrer Jugend geweckt. Über die Firma dahinter sei sie an die Kanzlei des texanischen Anwalts Tony Buzbee vermittelt worden. Buzbee und sein Team hätten ihr vor einem Interview mit NBC News außerdem 1.000 US-Dollar gezahlt.
Jay-Z hatte die Vorwürfe von Beginn an zurückgewiesen, von einem Erpressungsversuch gesprochen und angekündigt, Buzbee keinen Cent zu zahlen. Im Februar 2025 zog die Frau ihre Klage zurück, und zwar endgültig: Sie kann nicht erneut eingereicht werden. Kurz darauf ging Jay-Z selbst vor Gericht und verklagte die Frau, Buzbee und dessen Kanzlei unter anderem wegen böswilliger Rechtsverfolgung und Verleumdung. Wie sehr ihn der Fall mitgenommen hat, erzählte er im März im Interview mit GQ: „Ich war wütend. So wütend war ich schon lange nicht mehr, unkontrollierbare Wut.“
Zeitgleich mit der Erklärung teilte Jay-Z dem Gericht am Donnerstag mit, dass er die Frau als Beklagte aus seiner Klage entlässt. Gegen Buzbee und dessen Kanzlei läuft das Verfahren weiter. Buzbee hatte die Erklärung nach eigenen Angaben noch nicht gesehen, als er sich gegenüber dem Rolling Stone äußerte. Mindestens vier Anwälte hätten lange vor ihm mit der Frau zu tun gehabt, jedem von ihnen habe sie genau dieselbe Geschichte erzählt: „Falls sie jetzt aus irgendeinem Grund behauptet, sie habe uns und das Gericht belogen, ist das eine neue Information.“
