„Wo leben wir denn?“ – Oliver Pocher rechnet mit den Fans von JP Performance ab

Pocher über die JP-Fans

Oliver Pocher war zu Gast im TOMorrow Business Podcast und hat dort über mehr als zwei Stunden über Medien, Shitstorms und die Social-Media-Branche gesprochen. Dabei kam er auch auf den Fall von Jean Pierre Kraemer zu sprechen, dem Betreiber von JP Performance. Für Pocher ist der Tuning-YouTuber das beste Beispiel dafür, wie wenig ein echter Skandal manche Fans interessiert.

Pocher bezieht sich auf die Unterstützer, die sich nach Kraemers Geständnis vor seinem Laden versammelt haben. Die Fans hätten ihn gebeten, wieder aufzumachen, weil sie seine YouTube-Videos sehen wollen, egal „ob du deine Olle verprügelt hast“. Gleichzeitig kritisiert er den Umgang mit Kraemers Ex-Frau: „Also, da siehst du ja, da kommen ja Leute und beschimpfen dann die Frau und die Familie und alles.“

Die Haltung vieler Fans fasst Pocher so zusammen: „Jetzt gibt’s keine Tuning Videos mehr.“ Seine Reaktion darauf: „Wo leben wir denn?“ Für ihn ist der Fall eindeutig, denn Kraemer habe die Tat selbst eingeräumt: „Da ist also jemand, der es noch zugibt. Also wir müssen ja gar nicht diskutieren.“ Viele andere Fälle bewegten sich in einer Grauzone, hier gebe es dagegen ein Video, das alle gesehen hätten. Deshalb gebe es „wenig Argumentationsfläche“.

„Er ist einfach falsch angegangen“

Später im Gespräch geht Pocher noch einmal auf Kraemers Krisenkommunikation ein. „Er ist einfach falsch angegangen. Er wollte am Anfang noch so ein bisschen die Frau mit reinreißen“, sagt er. Dass Kraemer nach seinem ersten Entschuldigungsvideo wenige Stunden später schon ein Update nachschieben musste, habe die Sache nur schlimmer gemacht. Die Absprünge der Sponsoren, darunter Montanablacks Getränkemarke Gönrgy und der BVB, seien dann schnell gefolgt.

Zur Erinnerung: Ende August hatte Kraemer in einem Statement-Video eingeräumt, gegenüber seiner Ehefrau Julia Meck gewalttätig geworden zu sein. Kurz darauf kündigte er an, seine 18 Unternehmen zu schließen, darunter Werkstätten, Museen und Burger-Restaurants. Julia Meck schilderte der BILD die Ehe als Martyrium und erhielt nach eigenen Angaben Drohungen von Kraemer-Fans, woraufhin sie Anzeige erstattete.

Anfang September kamen dann laut Medienberichten rund tausend Unterstützer zu einem Fantreffen auf das Firmengelände von JP Performance in Dortmund, auf das sich Pocher bezieht. Für den Comedian zeigt der Fall, wie Social Media heute funktioniert. Erst vor wenigen Tagen hatte Pocher auf Instagram über die Trennungen von Sarah Connor und den Carpendales gelästert.