„Fler hat Berlinverbot bekommen“ – Ex-Hells-Angel packt bei Spiegel TV über Flers Rücken aus

„Wir waren sein Rücken“

SPIEGEL TV hat in seinem Format „Im Verhör“ eine Folge veröffentlicht, über die in der Szene gerade viel gesprochen wird: „Hells Angels im Gangsterrap - Rapper suchen Schutz“. Moderatorin Christina Pohl spricht darin mit Spiegel-TV-Reporter Thomas Heise und dem ehemaligen Hells Angel Kassra Zargaran darüber, was hinter dem sogenannten Rücken steckt. Auf YouTube hat das Video bereits über 1,8 Millionen Aufrufe.

Zargaran, einst Mitglied des Charters Berlin City, erklärt, dass es beim Rücken um Schutz vor Angriffen gehe. Der Grundsatz sei aber immer derselbe: „man will partizipieren an den wirtschaftlichen Einnahmen des Künstlers“. Besonders deutlich wird er beim Thema Fler. Unter der Führung von Kadir Padir habe der Rapper Schutz bezahlt, „wir waren sein Rücken“. An anderer Stelle sagt Zargaran: „Fler war unter unserem Schutz.“ Fler habe auch „Geld abdrücken müssen“, unterdrückt worden sei er aber nie: „Er wurde immer anständig behandelt“.

Gekippt sei das Verhältnis nach einem Telefonat, bei dem Zargaran nach eigener Aussage nebenan saß. Kadir Padir habe Fler gegen Gage zu einer Jubiläumsfeier der Hells Angels in Kopenhagen eingeladen, Fler sei daraufhin völlig ausgerastet. Die Folge: „Ja, Fler hat Berlinverbot bekommen.“ Studios, mit denen Fler arbeitete, seien aufgesucht und gewarnt worden. Kurz darauf standen laut Zargaran Hells Angels vor Flers Haustür, der Rapper sei geflüchtet und habe die Polizei gerufen. Aus einem Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts zitiert die Doku, Fler habe bei der Polizei bewaffneten Personenschutz gefordert und diesen nicht bekommen. Einen Fragenkatalog von Spiegel TV ließ Fler unbeantwortet.

Das geplatzte Feature mit Haftbefehl

Auch Haftbefehl spielt eine zentrale Rolle. Die Doku zeigt ihn 2012 bei der Eröffnung eines Streetwear-Stores auf der Reeperbahn an der Seite von Dariush, in der Szene bekannt als Dari, dem damaligen Sergeant at Arms der Hamburger Hells Angels. Dari hat Spiegel TV schriftlich geantwortet: „Ich bin nicht der Rücken von Haftbefehl. Er braucht keinen Rücken.“ Er räumt allerdings ein, dass Brüder aus seinem Umfeld von August 2025 bis Februar 2026 Security für Haftbefehls Club-Shows gestellt hätten. „Dafür gab es vertraglich festgelegte Geldzahlungen.“ Haftbefehl selbst wollte sich nicht äußern.

Über Dari soll laut Zargaran 2013 auch eine Feature-Anfrage von Fler an Haftbefehl gelaufen sein. Bei einem Treffen in Berlin hätten die Rocker gemeinsam gegessen, während die beiden Rapper an einen eigenen Tisch gesetzt wurden, um sich abzustimmen. Das Ergebnis: „Haftbefehl hat gesagt, er hat keinen Bock auf Fler zu der Zeit.“ Dari bestätigt das Treffen und bezeichnet sich als „reiner Vermittler“.

Spiegel TV verrät in der Folge außerdem, einen Rechtsstreit mit Fler vor der Pressekammer gewonnen zu haben - drei Jahre lang musste ein Podcast zu dem Thema offline bleiben. Am Ende wird bereits Teil zwei angekündigt, in dem es um Capital Bra gehen soll, der laut Zargaran ebenfalls zur Polizei gegangen sei, weil er Angst um sein Leben hatte. Schon im Januar hatte sich Arafat über Flers Mafia- und Hells-Angels-Vorwürfe aufgeregt.