Echo, Carmen Geiss etc. – Farid Bang über Rassismus in Deutschland
Farid Bang spricht über eigene Erfahrungen
In einem neuen Interview äußert sich Farid Bang offen über Rassismus in Deutschland. Der Düsseldorfer Rapstar beantwortet die Frage, ob er selbst davon betroffen war, ohne Umschweife und liefert damit einen seltenen Einblick in seine persönliche Perspektive.
Auf die direkte Nachfrage, ob er Rassismus erfahren habe, sagt Farid: „Natürlich, klar, auf jeden Fall. Ich will jetzt aber auch nicht sagen, ich bin vom Rassismus…, aber da wird sich auch keiner trauen, sich rassistisch mit mir anzulegen.“ Damit macht er deutlich, dass Diskriminierung existiert, er sich jedoch nicht einschüchtern lässt.
Gleichzeitig betont er, dass Grenzüberschreitungen in seinem Umfeld rasch Konsequenzen hätten. Farid stellt klar, dass ihm gegenüber kaum jemand offen rassistisch auftreten würde, weil er klare Kante zeigt: „Weil die wissen ganz genau, dass ich die schnell in die Schranken weise.“
Echo-Debatte, Carmen Geiss und Wirkung auf Streetrap
Ein zentrales Beispiel führt Farid aus der Echo-Debatte an, ausgelöst durch eine Zeile aus einem seiner Songs: „Mein Körper definierter als von Au*chwitz-Insassen“. Die Zeile sorgte damals bundesweit für Empörung und weitreichende Diskussionen über Grenzen im Rap. Farid schildert die Folge: Es sei zu einer medialen Welle gekommen, in der schnell persönliche Forderungen laut wurden.
Besonders im Fokus steht dabei ein Post von Carmen Geiss, den Farid so wiedergibt: „Sofort abschieben in die Heimat.“ Er kritisiert die Verknüpfung von künstlerischer Provokation mit Forderungen nach Ausweisung: Aus seiner Sicht habe das eine mit dem anderen nichts zu tun und zeige, wie schnell in aufgeheizten Debatten stereotype Reflexe greifen.
Über den Zustand des Genres zieht Farid ein ernüchterndes Fazit. Streetrap erhalte zu wenig Respekt und werde häufig zum Ziel von Spott. Wörtlich sagt er: „…der wird verliert an Anerkennung. Man möchte sich immer darüber lustig machen.“ Seine Aussagen spiegeln eine breitere Wahrnehmung in der Szene wider und werfen die Frage auf, wie Rap in Deutschland künftig bewertet und diskutiert wird.
