Sierra Kidd rechnet vor: „Ihr habt keine Ahnung, wie wenig Geld man mit Musik verdient“

Deutschrap

Die ganz fetten Jahre im Deutschrap sind für die allermeisten inzwischen vorbei. Das gilt sowohl für die Rapper selbst, als auch für deren Labels, Manager, sowie alle anderen, die in der Peripherie der Musikindustrie arbeiten. Die Anzeichen darauf sind, zumindest sofern man darauf achtet, eindeutig.

Am offensichtlichsten: Klicks und Streams sind bei weitem nicht mehr so hoch wie bis vor wenigen Jahren. Zwischen 2016 bis zum Ende der Pandemie regnete es Goldene Schallplatten für Deutschrap, teilweise auch für Künstler, deren Namen und Gesicht man nicht einmal kennt. Diese Zeiten sind längst vorbei. Nicht nur sind die Streams an sich gesunken, sondern auch die Höhe der Vergütung. Sprach man früher von 4.000€ pro 1 Million Streams, sind es heute zumeist 3.000€. Auszahlungen von 2.700€ kamen ebenfalls schon vor.

Deutlich subtiler: Viele Rapper haben inzwischen damit begonnen, ihre eigenen Beats zu produzieren und andere Tätigkeiten im Studio zu übernehmen. Damit senken sie nicht nur die Kosten für die Songproduktion, sondern behalten auch einen größeren Anteil an den Gema-Einnahmen ein. Auch das ist ein Weg, mit dem viele Rapper ihren Kostenapparat verschlanken und ihr Geschäftsmodell tragfähiger machen.

Sierra Kidd

An diesem Punk setzt nun auch Sierra Kidd in seiner aktuellen Ansage an und rechnet vor, wie schwierig es heutzutage ist, profitabel Musik zu machen. Besonders wenn man nie gelernt hat, seine eigenen Songs zu produzieren oder Cover zu gestalten und Videos zu drehen, hat man rund 3.000€ Kosten pro Release.

Wenn der Song dann weniger als 1 Million Streams generiert, geht man mit der Single ins Minus. Mit Streaming hingegen würde man keine Kosten haben und könne umso mehr Geld verdienen, umso mehr man streamt. Deshalb haben greifen viele Rapper auf Streaming als Nebeneinnahmequelle zurück.

Sierra Kidd über das Geschäftsmodell Musik

„Du musst den Beat kaufen, Mix kaufen, Master kaufen. Wenn du Cover nicht selber machen willst, musst du Cover kaufen. Diese ganzen Sachen kosten teuer Geld, vor allem wenn man gute Sachen machen will. (…) Das Release kostet dich 3.000 Euro, dann machst du 500.000 oder 600.000 Streams, was heutzutage superviel ist. Das ist nicht mehr selbstverständlich. Oder du machst eine Million Streams, dann kriegst du 3.000€ raus, Plusminus Null. Aber du hast einen Song mit 1 Million Streams.“

Hier seht ihr die Ansage