„Du bist nur eine Frau, wenn du auch ein Kind kriegst“ - Katja Krasavice über den Druck auf kinderlose Frauen
Ein Kinderwunsch, den es nie gab
Kaum ein Thema begleitet Katja Krasavice so hartnäckig wie die Frage, ob sie irgendwann Mutter wird. Die Rapperin hat darauf über die Jahre unterschiedlich geantwortet, in ihrer deutlichsten Version fällt die Antwort aber eindeutig aus. „Ich hatte eigentlich noch nie einen richtigen Kinderwunsch“, erklärt sie. Mutter zu werden sei für sie schlicht nie ein großer Traum gewesen.
Ein Punkt, der sie beschäftigt, ist die Schwangerschaft selbst. Die Vorstellung, dass sich ihr Körper dadurch verändern könnte, findet sie „übertrieben unfair“. Dazu komme die Unsicherheit, wie ihr Körper darauf überhaupt reagieren würde - eine Frage, die sich für sie nicht beantworten lässt, solange sie den Schritt nicht geht.
Den eigentlichen Druck verortet sie allerdings nicht bei sich, sondern bei allen anderen. „Die Gesellschaft sagt uns Frauen immer so: Du bist nur eine Frau, wenn du auch ein Kind kriegst“, beschreibt Krasavice ihre Wahrnehmung. Damit spricht sie etwas an, das viele Frauen kennen dürften: Wer keine Kinder will, landet schnell in der Position, den eigenen Lebensentwurf rechtfertigen zu müssen.
„Ich find, das sind die Superheldinnen“
Eine Abrechnung mit Müttern ist das ausdrücklich nicht. Krasavice betont, wie viel Respekt sie vor Frauen hat, die sich für Kinder entscheiden. „Ich find, das sind die Superheldinnen“, sagt sie über sie. Ihre eigene fehlende Sehnsucht bedeute nicht, dass sie die Entscheidung anderer Frauen geringer schätze.
Komplett ausschließen will sie ein Leben mit Kindern ohnehin nicht. Sollte es irgendwann so weit kommen, könne sie sich vorstellen, ein Kind zu adoptieren, weil sie der Gedanke reizt, einem Kind zu helfen, das Unterstützung braucht. Erfahrung mit dem Thema hat sie in der eigenen Familie reichlich: Ihr Neffe und ihre Nichte sind in einem Alter, das ihr sichtlich liegt. „Man kann mit denen chillen, sind trotzdem Kinder“, sagt sie über die beiden. Und ihr aktuelles Leben beschreibt sie so: „Ich glaub, ich bin die glücklichste Single-Person.“
Bereits 2025 hatte sie mit Aussagen über Kinderlosigkeit für Diskussionen gesorgt und dabei deutlich härtere Worte gewählt, damals mit Blick auf Männer statt auf die Gesellschaft. Wenig später schloss sich Ikkimel ihrer Haltung an. Was sich seitdem geändert hat, ist der Adressat: Statt einer Abrechnung mit Männern ist daraus die Frage geworden, warum eine Frau überhaupt erklären muss, dass sie kein Kind will.
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an