„Ich muss mich entschuldigen“ - Samra spricht offen über seine Tilidin-Sucht
Ein Nummer-1-Hit und seine Schattenseiten
Bei „JENKE. Experiment.“ auf ProSieben war Samra zu Gast bei Jenke von Wilmsdorff, der sich in der aktuellen Folge mit Medikamentenmissbrauch beschäftigt. Anlass ist der gemeinsame Song mit Capital Bra über das Schmerzmittel Tilidin, der zum Nummer-1-Hit wurde und dem Rapper bis heute rund 180 Millionen Streams, mehrere Goldene Schallplatten und volle Konzerthallen einbringt.
Den Erfolg habe er dabei kaum genießen können, erzählt Samra im Gespräch: „Ich konnte auch, ehrlich gesagt, in meiner Karriere nicht viel genießen, weil ich immer auf Drogen war.“ Erst rund ein Jahr nach Release des Songs sei ihm klargeworden, welche Folgen der Hit außerhalb seiner eigenen Karriere hatte - laut Samra habe ihn nach einem Konzert ein 35-jähriger Fan abgepasst und ihm gesagt, dass er wegen ihm Tilidin nehme. Dieser Moment habe ihn zum Nachdenken gebracht.
Wie schnell aus dem anfänglichen Konsum eine Abhängigkeit wurde, schildert er ebenfalls offen: Ohne das Mittel sei er morgens nicht aus dem Bett gekommen, erzählt Samra - neben seinem Bett habe eine Flasche mit flüssigem Tilidin gestanden, die er direkt nach dem Aufwachen genommen habe. Tilidin ist ein Opioid, dessen Entzug demnach ähnlich hart ausfallen kann wie der von Heroin.
Die Entschuldigung an seine Fans
Bereits 2024 hatte Samra öffentlich gemacht, dass er seine Drogensucht überwunden hat - damals sprach er erstmals über seinen Weg aus der Abhängigkeit. Im Gespräch mit Jenke geht er nun noch einen Schritt weiter und übernimmt Verantwortung für seine Wirkung als Vorbild: „Ich muss mich entschuldigen, an erster Stelle, weil ich damals nicht wusste, dass ich ein Vorbild bin.“
Er sei damals ein neuer, frischer Rapper gewesen und habe schlicht nicht gewusst, welche Verantwortung mit seiner Reichweite einhergeht, erklärt Samra weiter. Heute, als Vater, treffe ihn dieser Gedanke noch stärker. Über das offene Reden schäme er sich zwischenzeitlich dennoch: „Was bin ich für ein Opfer?“, frage er sich manchmal auf dem Heimweg nach solchen Gesprächen.
Seit drei Jahren ist Samra laut eigener Aussage clean und zieht im Interview eine nüchterne Bilanz seines Aufstiegs und Absturzes: „Ich bin ein abschreckendes Beispiel. Der Absturz war auch sehr schnell, und jetzt habe ich mich wieder aufgebaut, Gott sei Dank.“
