Ali Bumaye über die Zeit nach EGJ: „Ich hab mich zugesoffen und die Hoffnung verloren“
Ali Bumaye
Ali Bumaye hat eine herzergreifende Beichte über die Jahre zwischen 2018 und 2025 abgelegt. Im Dezember 2025 entdeckte er mit dem Streamen eine neue Leidenschaft, mit der er inzwischen auch beruflich erfolgreich geworden ist. Innerhalb weniger Monate hat er über 220.000 Follower auf Twitch aufgebaut und regelmäßige Live-Zuschauerzahlen im vierstelligen Bereich. Genug, um seinen Lebensunterhalt mit Streaming zu bestreiten. Dass er noch einmal so erfolgreich werden würde, hatte er selbst zwischenzeitlich jedoch nicht mehr gedacht…
Ersguterjunge
2018 brach die Plattenfirma Ersguterjunge in seiner damaligen Form zusammen. Bushido und sein damaliger Manager Arafat Abou-Chaker lösten sich voneinander, wodurch auch die unter Vertrag stehenden Künstler größtenteils ihr Label verloren. Shindy trennte sich von EGJ und gründete sein eigenes Label, wodurch auch der wichtigste Freund und Rap-Mentor von Ali Bumaye verloren ging.
Für Ali Bumaye begann eine Zeit, in der er nicht wusste, wie es für ihn weitergehen soll. Er war handwerklich auf die Expertise von Shindy und die Produzenten Djorkaeff und Beatzarre angewiesen. Das Fehlen dieser Personen war seiner Musik anzumerken, wodurch auch der Erfolg seiner neuen Lieder deutlich sank. Stattdessen versuchte er sich mit anderen Projekte, wie der Gründung eines Youtube-Kanals, in denen er Sketch-Videos dreht, oder Vlogs hochlädt, in denen er seinen Werdegang beim Abnehmen dokumentiert.
„Ich hab Selbstmitleid geschoben“
Den großen Erfolg hat nichts davon gebracht. Zu dieser Zeit verschwand er in den Augen vieler früherer EGJ-Fans von der Bildfläche. Weil es nicht lief, begann er Berliner Rapper irgendwann zu trinken und die Hoffnung aufzugeben. Obwohl seine Qualitäten als Entertainer offensichtlich waren, hat er nie den richtigen Weg gefunden, um der Öffentlichkeit seinen wahres Ich zu zeigen.
Bis er auf Marli traf und selbst zum Streaming kam. Jetzt kann er mit anderen Augen auf die letzten Jahre blicken und seine persönlichen Erfahrungen mit seinen Zuschauern teilen: Selbst mit 40 Jahren ist es noch nicht zu spät. Solange ihr könnt, zieht durch und glaubt an euch selbst – eine krasse Botschaft!
Ali Bumaye über seinen 2. Frühling
„Ich war in Neukölln und hab Selbstmitleid geschoben. Hab mich das ein oder andere Mal auch zugesoffen und hab die Hoffnung aufgegeben. Bis ich irgendwann mal gemerkt habe: Ey bro, bevor du rumheulst und Selbstmitleid schiebst – das geht auch an alle Leute da draußen – gib einfach Gas. Es ist nie zu spät. Ich hab mit 40 nochmal einen zweiten Frühling erlebt. Mit 40! Es ist nicht zu spät, gib einfach Gas. Und vor allem, sei du selber. (…) Ohne Theater, ohne Show, ohne Möchtegern-Gangsterrapper zu sein wie früher. Einfach so sein wie du bist. Und darauf bin ich stolz, dass die Leute mich dafür lieben, was ich bin.“
