Unbezahlte Rechnungen - Die Anwälte von Diddy wollen ihr Mandat niederlegen

Kanzlei will das Mandat niederlegen

Die New Yorker Kanzlei Sher Tremonte will Sean „Diddy“ Combs nicht länger vertreten. Anwalt Michael Tremonte hat beim Bundesgericht im Southern District of New York beantragt, aus dem Mandat entlassen zu werden. Es geht um Combs’ Verleumdungsklage über 100 Millionen Dollar gegen Courtney Burgess, Ariel Mitchell und den Medienkonzern Nexstar Media.

Als Grund nennt die Kanzlei, dass Combs seit mehr als sechs Monaten einen erheblichen Teil der Anwaltsgebühren, Kosten und Auslagen nicht bezahlt habe. Dazu komme ein völliger Zusammenbruch der Zusammenarbeit und Kommunikation. Combs habe sich über mehr als vier Monate nicht für direkte und substanzielle Absprachen zu seinen Verfahren zur Verfügung gestellt, heißt es in dem Antrag.

Tremonte betont, seine Kanzlei habe Combs unter schwierigen Umständen engagiert und effizient vertreten. Den Vorwurf, man habe überhöhte Rechnungen gestellt, weist er als falsch zurück. Sher Tremonte hatte Combs in Zivilverfahren vertreten, nicht im Strafprozess.

Statement von Diddy

Combs’ Seite sieht den Bruch anders. Er habe sich selbst dazu entschieden, den Anwalt zu wechseln, weil er nicht zulassen wolle, dass jemand ihn durch überhöhte und nie genehmigte Rechnungen ausnehme, heißt es in seiner Reaktion. Außerdem sei es eine reine Geschäftsangelegenheit, und das Gerede über unbezahlte Gebühren gehöre zum Streit zwischen beiden Seiten.

Ob das Gericht dem Antrag zustimmt, ist noch offen. Solange die Kanzlei nicht offiziell entlassen ist, bleibt sie Combs’ Vertretung in dem Verfahren.

Für den inhaftierten Rapmogul ist es ein weiterer Rückschlag in einem Jahr voller juristischer Auseinandersetzungen. Zuletzt hatten wir berichtet, dass Diddys Haftstrafe zum vierten Mal verkürzt wurde. Im April hatten seine Anwälte vor dem Berufungsgericht gefordert, das Urteil komplett aufheben zu lassen.