„Keine sozialen Netzwerke unter 13 Jahren“ - Geplantes Social-Media-Verbot für Kinder

Social Media erst ab 13

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen plant ein Social-Media-Verbot für Kinder. In ihrer Rede zur Lage der Union kündigte sie am Mittwoch in Straßburg klare Altersgrenzen an: „Keine sozialen Netzwerke unter 13 Jahren. Kein eigenes Nutzerkonto unter 15 Jahren.“ Am Donnerstag stellte sie gemeinsam mit EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen den dazugehörigen Gesetzesvorschlag vor, den sogenannten „Kids Act“.

Geplant ist ein Stufenmodell. Kinder unter 13 Jahren sollen gar keine sozialen Netzwerke mehr nutzen dürfen. Zwischen 13 und 15 Jahren soll es nur sogenannte Mini-Konten geben, die von den Eltern eingerichtet und beaufsichtigt werden. Laut von der Leyen sollen diese Konten nur begrenzte Funktionen haben und auf eine Stunde pro Tag beschränkt sein. Für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren sollen die Plattformen zu einem sicheren Design verpflichtet werden.

Begründet wird der Vorstoß mit den Folgen der Dauernutzung von TikTok, Instagram, Snapchat und Co. In ihrer Rede sagte von der Leyen: „Junge Menschen in Europa verbringen heute täglich vier bis sechs Stunden vor Bildschirmen.“ Kinder würden immer tiefer in Feeds hineingezogen, die auf endloses Scrollen ausgelegt seien. Die Plattformen sollen deshalb künftig selbst nachweisen, dass sie sicher sind.

Was das für Deutschrap bedeutet

Für die Deutschrap-Szene dürfte der Plan spürbare Folgen haben. TikTok und Instagram sind heute zentrale Bühnen für neue Songs, Snippets und Promo. Viele Tracks gehen dort viral, lange bevor sie in den Charts auftauchen. Gerade Rapper mit sehr jungem Publikum erreichen ihre Fans vor allem über diese Plattformen. Mit dem Jugendschutz hat die Szene ohnehin regelmäßig zu tun. Zuletzt wurde etwa „Airmax gegen Kopf“ von Dardan und Luciano indiziert.

Für Kinder unter 13 wären TikTok, Instagram und Co. nach dem Plan komplett tabu. 13- und 14-Jährige könnten die Plattformen nur noch über Mini-Konten nutzen, die ihre Eltern kontrollieren, und das höchstens eine Stunde am Tag. Zudem sollen Funktionen wie endloses Scrollen oder automatisch startende Videos für Minderjährige verschwinden. Genau über diese Feeds finden neue Songs heute oft ihr Publikum.

Beschlossen ist bislang allerdings nichts. Das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten müssen dem Vorschlag noch zustimmen und können ihn verändern. Bis eine Altersgrenze tatsächlich gilt, könnten Monate oder sogar Jahre vergehen. Das Parlament hatte im November 2025 sogar ein Mindestalter von 16 Jahren gefordert.