Wegen Chat mit Remmo-Clan – Linken-Politiker Ferat Koçak lässt sein Amt im Parlament ruhen
Ferat Koçak
Der Berliner Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak lässt seine parlamentarischen Funktionen vorerst ruhen. Der Linken-Politiker reagiert damit auf die anhaltende Kritik an Kontakten ins Berliner Clan-Milieu. Sein Mandat als Abgeordneter bleibt bestehen, betroffen sind vor allem seine Aufgaben in den Gremien des Bundestags, was den Druck auf ihn und die Partei spürbar erhöht.
Chat mit Remmo Clan
Auslöser ist ein Chatkontakt mit einem Sohn von Issa Remmo. Koçak bat darin um die Verbreitung eines Bundestagsvideos mit dem Titel „Hysterische Dauerdebatte: CLANS“. Der veröffentlichte Screenshot zeigt als Antwort des Chatpartners die Formulierung „Gerne Bruder“. In einer weiteren Nachricht lässt Koçak den Vater seines Gesprächspartners grüßen. Issa Remmo hatte zuvor eine Linke-Wahlparty in Neukölln besucht.
Koçak erklärte, er habe zunächst nicht gewusst, mit wem er schreibe, sah den Austausch als Fehler und bat um Entschuldigung. Er verwies auf seine regelmäßige Kommunikation mit Hunderten Menschen aus Neukölln und kündigte an, sein Kommunikationsverhalten gemeinsam mit seinem Team aufzuarbeiten. Ebenso brisant war der Auftritt von Issa Remmo bei Wahlfeier der Linkspartei. Der Remmo-Clan hat sich damit auf breiter Front als Unterstützer der Berliner Linken präsentiert und auch zum Wahlsieg der Partei beigetragen.
Hier seht ihr den Chat

Innenausschuss
Aus der Union kam die Forderung, Koçak aus dem Innenausschuss abzuziehen, begründet mit dem Zugang zu sensiblen Informationen. Auch die Bundesspitze der Linken sieht Schaden für das Ansehen der Partei und erwartet vollständige Transparenz. Petra Pau mahnte Verantwortungsübernahme an; Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge legte einen Fraktionsausschluss nahe.
In dem geteilten Video sind Passagen aus Koçaks Bundestagsrede vom 29. Januar zu sehen. Darin bewertet er den Begriff Clankriminalität als politisch aufgeladen und warnt vor Generalverdacht aufgrund von Nachnamen. Die Remmo-Großfamilie wird teils dem Clanmilieu zugerechnet, zugleich bleibt der Begriff umstritten, weil Kritiker pauschale Stigmatisierung befürchten. Offen bleibt, wann Koçak seine Aufgaben in den Gremien wieder übernimmt.
