Eko Fresh fordert von Bushido GEMA-Eintragung und Klärung der Erbrechte für seine Texte

Wer erbt die Rechte an Ekos Zeilen?

Am Ende seines langen Interviews mit Rechtsanwalt Christian Solmecke landet Eko Fresh bei der Frage, die ihn sichtlich am meisten beschäftigt. Es geht nicht um eine Nachzahlung und nicht um alte Rechnungen, sondern um das, was nach ihm kommt. Urheberrechte bestehen bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers fort - und genau deshalb ist die Sache für ihn keine akademische Frage.

„wir werden ja nicht jünger, wir geben irgendwann den Löffel ab“, sagt Eko im Video. Nach dem heutigen Stand würden die Rechte an genau den Songs, die er nach eigener Aussage geschrieben hat, irgendwann an Bushidos Familie fallen. Solmecke bestätigt das Prinzip: „und das vererbt man sogar seinen Kindern“. Für den Kölner ist das ein schiefes Bild - fair fände er den umgekehrten Fall, dass seine eigene Familie von seinen Texten profitiert.

Sein Wunsch ist entsprechend konkret formuliert. Er hätte ein großes Interesse daran, „dass das in der GEMA vielleicht so steht“, also dass er dort als Texter geführt wird. Dass die Summen mit den Jahren kleiner werden und irgendwann auslaufen, ist ihm bewusst. Am Ende gehe es ihm weniger um den Betrag als um die Haltung dahinter: „aus Prinzipgründen vielleicht auch aus Anstandsgründen“.

Für das große Geld ist es zu spät

Was juristisch überhaupt noch möglich wäre, rechnet Solmecke im Gespräch durch. Der eine Hebel ist der sogenannte Bestsellerparagraf: Wird ein Werk deutlich erfolgreicher als bei Vertragsschluss gedacht, kann der Urheber nachfordern. Auf diesen Anspruch kann man nach Angaben des Anwalts nicht einmal verzichten.

Das Problem ist der Zeitfaktor. „da kann man im Wesentlichen die letzten drei Jahre nur einfordern“, erklärt Solmecke - und die großen Bushido-Verkäufe liegen deutlich länger zurück. Wie viel so ein Anspruch grundsätzlich wert sein kann, zeigt sein Beispiel aus dem Film: „der Kameramann von das Boot, der hat immerhin eine Million Euro noch extra bekommen“, weil der Streifen so erfolgreich lief.

Genau deshalb verschiebt sich der Fokus auf die Eintragung bei der Verwertungsgesellschaft, die dauerhaft weiterläuft. Eko selbst betont im Video, dass es ihm um mehr als um eine Auszahlung geht: „Erstmal sollen das hier alle sehen, dass das nicht mehr passiert in Deutschland“, sagt er. Ob daraus ein Verfahren wird, lässt er offen; beide kündigen an, das Weitere im Nachgang zu besprechen. Bushido hat sich zu den Ghostwriting-Vorwürfen öffentlich nie umfassend geäußert und der Darstellung von Eko Fresh in der Vergangenheit widersprochen. Dass Streit um Urheberanteile im Deutschrap vor Gericht landen kann, ist keine Seltenheit - zuletzt etwa im Streit um GEMA-Einnahmen rund um Finch.