„Geld ist Macht, besonders hinter Gittern“ – Diddy muss nach NBC-Enthüllung zurück in Einzelhaft
NBC-Bericht bringt Diddy zurück in die Isolation
Für Sean „Diddy“ Combs geht es im Bundesgefängnis FCI Fort Dix in New Jersey zurück in die Einzelhaft. Wie zuerst TMZ am 30. September berichtete, wird der 56-Jährige erneut in die Special Housing Unit verlegt. NBC News meldete am 1. Oktober unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Quelle, Combs sei aus seiner schlafsaalartigen Unterkunft geholt worden. Laut TMZ ist das ein übliches Vorgehen, solange die Gefängnisverantwortlichen die Vorwürfe untersuchen. Ob Combs tatsächlich gegen Regeln verstoßen hat, steht bislang nicht fest.
Auslöser ist ein NBC-Bericht vom 29. September über sein angebliches VIP-Leben hinter Gittern. Vier Männer, die mit Combs in derselben Einheit saßen, schildern darin, er bezahle mehrere Mithäftlinge dafür, dass sie für ihn kochen, sein Bett machen, seine Wäsche waschen und Toilette sowie Dusche putzen, bevor er sie benutzt. Ein Insasse gebe ihm sogar Massagen im chinesischen Stil. Monatlich sollen dafür Tausende Dollar von Leuten außerhalb des Gefängnisses auf die Konten der Helfer fließen. Mehrere Quellen behaupten außerdem, Combs nutze Schmuggelhandys, um durch Instagram zu scrollen und Nacktfotos anzusehen, die ihm eine frühere Freundin schicke. An Wochenenden habe er Zugriff auf Premium-Alkohol wie Hennessy gehabt, den Wärter eingeschmuggelt haben sollen. Einer der Männer erinnerte sich: „So ziemlich an dem Tag, an dem er ankam, ging die Party los.“ Ein Mithäftling brachte es so auf den Punkt: „Geld ist Macht, besonders hinter Gittern.“
NBC News liegen zudem Fotos und Videos aus dem Gefängnis vor, darunter Aufnahmen, auf denen Combs offenbar ein verbotenes Handy benutzt. Das Bureau of Prisons wollte die Verlegung weder bestätigen noch dementieren und verweist auf Datenschutz- und Sicherheitsgründe. Ein Sprecher von Combs erklärte gegenüber NBC, die Medien würden gewöhnlichen Gefängnisalltag als Nachricht darstellen, die einzige echte Neuigkeit sei, dass Combs seine Strafe verbüße und auf die Entscheidung über seine Berufung warte. Für den Bad-Boy-Gründer ist es bereits der zweite Aufenthalt in Einzelhaft: Im Juli war er nach einer Schlägerei mit einem Mithäftling schon einmal isoliert worden.
Wackelt jetzt der Entlassungstermin?
Erst heute hatten wir berichtet, dass Diddys Entlassungsdatum zum fünften Mal vorverlegt wurde. Laut Bureau of Prisons ist inzwischen der 21. Januar 2028 vermerkt. Ob die neuen Vorwürfe daran etwas ändern, ist offen. NBC-Reporterin Chloe Melas antwortete auf die Frage von Moderator Tom Llamas, ob die Videos die Entlassung beeinflussen könnten, das sei unklar. Sie wies darauf hin, dass ein Handy im Gefängnis eine eigenständige Straftat sei, auf die bis zu ein Jahr Haft stehen könne.
Laut den NBC-Quellen flog Combs nach seiner ersten Zeit in Einzelhaft später außerdem aus dem Drogenbehandlungsprogramm in Fort Dix. Dessen Abschluss führt laut NBC häufig zu einer Verkürzung der Haftzeit. Schon nach der Prügelei im Sommer hatten wir gefragt, ob der Entlassungstermin in Gefahr ist. Die Anwältin Gloria Allred, die eine Frau vertritt, die Combs wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung vor über 20 Jahren verklagt, fordert nun eine sofortige Untersuchung auf Bundesebene und eine Anklage, falls sich die Handy-Vorwürfe zweifelsfrei beweisen lassen. Combs bestreitet die Vorwürfe in diesem noch laufenden Verfahren.
Too $hort hält derweil zu ihm. Im „TMZ Podcast“ kündigte der Rapper an: „Ich gehe zur Willkommensparty von Puff Daddy.“ Er riet Combs aber, nach der Haft behutsam vorzugehen und kein großes Comeback zu inszenieren, wie es Bill Cosby mit einer Comedy-Tour nach seiner Freilassung angekündigt hatte. Combs selbst soll schon im Mai von der „größten Release-Party seines Lebens“ gesprochen haben. Eine offizielle Aussage, ob es beim Januar 2028 bleibt, gibt es bislang nicht.
