Ermittlungen gegen Betreiber von Nhas City Chicken – Geiselnahme, Menschenraub & Körperverletzung
Nhas City Chicken
Nhas City Chicken sorgt auch in Köln für lange Schlangen. Auf der Breite Straße warten Hunderte auf Hähnchen nach Familienrezept, Parmesan-Pommes und Wings. Auf TikTok folgen dem Brand fast 400.000 User, auf Instagram mehr als 80.000. Prominente befeuern den Trend, zuletzt dokumentierte TV-Koch Frank Rosin seinen Besuch in Köln auf Instagram. In den Tagen zuvor waren auch Pietro Lombardi und Manuellsen in dem berühmten Restaurant zu Gast.
Gründer Omar Nhas erklärt seinen Ansatz in kurzen Botschaften. „Wir machen das beste Hühnchen Deutschlands“, sagt er in einem Instagram-Clip. „Wir machen viel Social Media.“ Zudem wolle er jungen Fans zeigen, wie man mit Älteren umgehe: „Respekt zollen, Werte zeigen“
Die Geschichte hinter der Restaurant-Kette begann in Berlin. Laut Website kam die Familie in den 1990ern aus dem Libanon, eröffnete auf der Sonnenallee einen Laden namens City Chicken. Omar arbeitete seit Kindertagen im Laden und übernahm 2019. Die erste Expansion mit einem Partner scheiterte - dieser „nimmt Omar alle Läden weg“, heißt es dort. 2023 startet er neu als Nhas City Chicken und wächst seitdem wieder.
Ermittlungen gegen Omar Nhas
Parallel zum Hype bestätigt die Staatsanwaltschaft Berlin Ermittlungen gegen Omar Nhas wegen Beteiligung an Geiselnahme, Menschenraub und gefährlicher Körperverletzung. Hintergrund ist ein Vorfall vom Mai 2021. Damals soll der damalige Geschäftspartner Ramtin A. einen Subunternehmer stundenlang misshandelt haben. Aufnahmen einer Überwachungskamera wurden vor Gericht gezeigt.
In einem ZEIT-Interview räumt Nhas ein, dabei gewesen zu sein. Er erklärte, die Folter habe im Büro seines Onkels stattgefunden. A. habe ihn beauftragt, einen Ort zu organisieren, um die „Sache“ „ungestört klären“ zu können. Nhas begründete sein Handeln mit Angst: „Ich möchte denjenigen sehen, der anders reagiert in so einer Situation, die nicht geplant ist, die dir einfach passiert, in der du von einem Menschen mit einem Hammer bedroht wirst“.
2023 zeigte Nhas seinen damaligen Geschäftspartner Ramtin A. bei der Polizei an und übergab die Videoaufnahmen. Im Dezember 2025 wurde A. zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Das Urteil ist in Revision. Nhas expandiert weiter und betreibt in Berlin wieder drei Filialen und eine in Köln, während in Berlin derzeit weiter gegen ihn ermittelt wird. Auf Nachfrage des WDR hat sich der Restaurant-Betreiber nicht zu dem Fall und den Vorwürfen geäußert.
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