26-Jähriger hat seine Drogen-Gewinne aus dem Darknet in der Steuererklärung angegeben
26-Jähriger versteuert Darknet-Gewinne
Ein außergewöhnlicher Fall aus München sorgt für Aufsehen: Ein 26-jähriger Student, der laut einem Bericht der BILD-Zeitung aus seinem Kinderzimmer heraus über das Darknet Kokain, Marihuana und Amphetamine verkauft haben soll, hat seine Einnahmen beim Finanzamt angegeben. Vor dem Münchner Landgericht steht er wegen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.
Die Ermittler ordnen seine Verkäufe ins Jahr 2023 ein. Kunden sollen aus mehreren Ländern gekommen sein, darunter Tschechien, USA, Spanien, Italien, Portugal, die Türkei, Kanada, Bangladesch und Hongkong. Laut Bericht erzielte der Student innerhalb eines Jahres mehr als 100.000 Euro und kaufte sich davon eine Rolex-Uhr für 20.000 Euro.
Im Prozess legte der 26-Jährige ein Geständnis ab. Gleichzeitig bestritt er den Vorwurf, ein Kilogramm Kokain aus Kolumbien bestellt zu haben. Die Verhandlung findet am Münchner Strafjustizzentrum statt.
Steuererklärung
Anfang 2024 wurde der Mann festgenommen. Bei einer Durchsuchung in der elterlichen Wohnung stießen Ermittler im Kinderzimmer auf ein Depot: Drogen waren im Bettkasten versteckt. Nun drohen dem Angeklagten mehrere Jahre Haft.
Um eine Strafmilderung zu erreichen, deklarierte der 26-Jährige seine Gewinne gegenüber dem Finanzamt. Laut BILD teilte er den Behörden zudem die „Betriebsaufgabe“ mit. Die zuständige Richterin reagierte überrascht: „Das habe ich ja noch nie gehört“, während Verteidiger Richard Beyer erklärte: „Wir haben dem Finanzamt eine Abschlussbilanz für den Tatzeitraum gemeldet.“
Parallel gab es Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Flensburg wegen der Verbreitung des Sylter Skandalvideos, in dem Partygäste Hassparolen zu den Beats von Gigi D’Agostino skandierten. Gegen den Studenten wurde dabei wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt. Diese Ermittlungen wurden laut Behörde im Hinblick auf die im Betäubungsmittelverfahren zu erwartende Strafe eingestellt.
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