„Die haben mich da verwechselt“ – Mo Douzi wurde von Interpol aus dem Bett geholt
Festnahme um 6 Uhr morgens
Mo Douzi hat in seinem Leben schon einiges mitgemacht. Im Podcast von Immo Tommy, aus dem wir bereits sein bewegendes Geständnis über einen Suizidversuch berichtet haben, spricht der Offenbacher auch offen über seine kriminelle Vergangenheit, seine Zeit im Rotlicht und mehrere Aufenthalte im Gefängnis. Eine Geschichte sticht dabei besonders heraus, denn ausgerechnet seine letzte Verhaftung soll auf einem Irrtum beruht haben.
Laut Mo Douzi standen eines Morgens um 6 Uhr vermummte Beamte mit Maschinengewehren bei ihm zu Hause. Interpol habe ihn aus dem Bett gezogen, mit Kabelbindern gefesselt und ins Auto gesetzt. Der Grund dafür sei eine Verwechslung gewesen: „Die haben mich da verwechselt mit jemanden“, erzählt der Rapper im Gespräch.
Hintergrund seien die sogenannten Encro-Handys gewesen, also verschlüsselte Handys, die in der Unterwelt lange als abhörsicher galten. Jemand habe sich dort unter einem Nickname als Mo Douzi ausgegeben. Die spanische Staatsanwaltschaft habe den Fall dann an die deutschen Behörden in NRW weitergegeben, er glaube nach Aachen. Dort habe man den Namen gegoogelt und sei so auf sein Gesicht gestoßen.
Von Knast zu Knast bis nach Ossendorf
Was folgte, beschreibt Mo Douzi als sehr harte Zeit. „Ich habe Sicherheitsstufe 1 plus gehabt“, erinnert er sich. Von Frankfurt aus sei er durch verschiedene Gefängnisse verlegt worden, mal für zwei Wochen, mal für drei Wochen, mal für zwei Monate. Eigentlich hätte er nach Aachen gebracht werden sollen. Weil dort aber Leute saßen, die seine Mittäter gewesen wären, wenn er tatsächlich der Gesuchte gewesen wäre, sei er schließlich in Köln-Ossendorf gelandet.
Gerettet habe ihn am Ende sein Anwalt aus Frankfurt, der akribisch an dem Fall gearbeitet habe. Mo Douzi vergleicht das mit einem zerbrochenen Glas, bei dem jede einzelne Scherbe wieder zusammengeklebt wurde. Am Ende habe sich herausgestellt, dass er nicht der Gesuchte war, und Staatsanwalt und Richter hätten sich bei ihm entschuldigt. Seine Reaktion darauf klingt erstaunlich gelassen: „Ihr habt mir nur paar Monate Zeit geklaut, kann passieren.“
Für Mo Douzi war diese Zeit trotzdem ein Wendepunkt. Schon zu Beginn des Gesprächs erzählt er, dass er nach dieser letzten Verhaftung im Gefängnis über sein Leben nachgedacht und beschlossen habe, mit der Kriminalität abzuschließen. Heute sorgt er lieber mit seinem Rap-Schlager für gute Laune und für Momente wie jenen, in dem ein Polizeiauto mit seiner Musik an ihm vorbeifuhr.
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