Alpa Gun verrät, warum er nie bei Aggro Berlin unterschrieben hat
Alpa Gun und Aggro Berlin
Alpa Gun gehört zu den Gesichtern, die man bis heute mit der großen Aggro-Berlin-Ära verbindet. Als enger Weggefährte von Sido war der Berliner Mitte der 2000er-Jahre ständig im Umfeld des Labels unterwegs, stand als Backup-Rapper mit ihm auf der Bühne und war auf dem Sampler „Aggro Ansage Nr. 5″ vertreten. Offiziell bei Aggro Berlin unterschrieben hat er trotzdem nie.
Im zweiten Teil seines Interviews mit Deutschrap Plus wurde Alpa Gun nun gefragt, ob ein Aggro-Signing damals im Raum stand. Seine Antwort fällt deutlich aus: „Auf jeden Fall Aggro Berlin hat mir ein Angebot gemacht, war viel zu wenig und damit war Sido nicht einverstanden, fand ich auch cool.“ Statt beim Label landete er deshalb bei Sektenmuzik. Dafür habe er „einen kleinen Vorschuss bekommen vom Verlag“.
Das Geld aus dem Vertrieb sei dagegen nie bei ihm angekommen. Laut Alpa Gun habe sich ein Beteiligter, dessen Namen er nicht nennen will, mit einer großen Summe abgesetzt: „Davon hatten wir nichts, wir haben nichts gesehen.“ Für seine Tracks auf „Aggro Ansage Nr. 5″ habe er ebenfalls kein Geld bekommen. Ob im Nachhinein etwas über die GEMA geflossen sei, wisse er selbst nicht genau.
„Jeder denkt nur an sich“
Für Sido findet Alpa Gun dabei lobende Worte. Wenn er als Backup-Rapper mit ihm unterwegs gewesen sei, habe Sido die Gagen immer korrekt gezahlt – vermutlich sogar aus eigener Tasche. Mit den Aggro-Chefs geht er weniger zimperlich um: „Die waren auch nicht so schlau eigentlich, die waren auch ein bisschen gierig.“
Aus den Geldfragen zwischen den Label-Gründern habe er sich bewusst herausgehalten: „Ich wollte nicht zuviel wissen davon, weil ich wollte die Gesichter so beibehalten.“ Rückblickend fühlt er sich bestätigt: „Heute hat sich sowieso alles bestätigt, wie jeder ist, jeder denkt nur an sich und ich habe schon richtig gehandelt.“
Das Verhältnis zu seinen ehemaligen Weggefährten ist ohnehin angespannt. Erst Anfang Oktober hatte Alpa Gun auf seiner Single „Legenden sterben nie“ gegen Samra, Sido und Fler ausgeteilt – hier lest ihr, was er dort über seine alten Freunde rappt. Im ersten Teil des Interviews hatte er erklärt, dass die Namen schlicht zu seiner eigenen Geschichte gehören. Das komplette Gespräch seht ihr hier.
