Sido erklärt, wie er seine Texte schreibt: „Ich schreibe nicht, ich empfange“
Sido
Im Laufe seiner Karriere hat Sido inzwischen Hunderte von Songs geschrieben und sich dabei immer wieder an Themen und Konzepten probiert, die alles andere als gewöhnlich sind. Songs wie „Carmen“, „Mein Testament“ oder „Schlechtes Vorbild“ sind auch deshalb Klassiker, weil sie absolut für sich stehen und Themen und Konzepte verfolgen, die in dieser Form kaum ein anderer umsetzen kann.
Einen Song schreiben können viele, ein echter Geniestreich ist dabei aber nur selten dabei. Und Sido hatte in seiner Karriere einige dieser genialen Momente. Nicht zuletzt auch wegen der Diversität seiner Diskographie, wird Sido von vielen Fans, wie auch von Rapkollegen, als absoluter GOAT betrachtet.
„Ich schreibe nicht, ich empfange“
In seinem aktuellen Interview bei „Take me Späti“ hat Sido nun erklärt, wie der Schreibprozess für ihn konkret aussieht und wie Songs bei ihm entstehen. Der 45-Jährige ist bei seinen Songs von Beginn an selbst involviert und beginnt den Prozess meist damit, Drums etc. für den Beat auszusuchen und die musikalische Grundlage für den Song zu packen.
Von dort an beginnt dann die Magie. Wie Sido erklärt, weiß er selbst nicht, von wo seine Songideen stammen. Er würde sie lediglich „empfangen“. Auch diesen Prozess formuliert er absolut poetisch: Er könne nicht wissen, was sein nächster Gedanke ist und dementsprechend auch nicht wissen, woher seine Ideen stammen:
„Ich schreibe nicht wirklich, ich empfange. Ich sitze da und weiß, das muss jetzt passieren. Dann kriege ich die ersten Ideen. Und die Ideen können nicht von mir sein, weil ich kann dir nicht sagen, was mein nächster Gedanke sein wird.“
Praktische Tipps
Aber der Berliner liefert auch einige praktische Tipps für alle schreibaffinen und diejenigen, die es werden wollen. Die wichtigste Voraussetzung für ihn ist, dass er Ruhe hat und sich in den Tunnel begeben kann. Wenn er in den Prozess vertieft ist, fliegen ihm die Ideen zu. Von dort aus kann er diese ausarbeiten und seine handwerklichen Fähigkeiten als Rapper einsetzen, um die Ideen und Zeilen auszuarbeiten. Den Beat zu produzieren, scheint dabei ein essenzieller Baustein dafür zu sein, sich nur noch auf den Song zu konzentrieren zu können und den Prozess zu beginnen:
„Mittlerweile mach ich ganz anders Musik. Ich sitz im Bett, hol mir meinen Laptop und fang an bisschen was zu schrauben. (…) Während ich den Beat mache, krieg ich die ersten Ideen textmäßig. Und dann feil ich dran rum. Nachts, Tags, wie auch immer. Ich brauche aber Ruhe. (…) Ich muss nicht alleine sein. Aber die Leute die mit mir sind, die sehen: Jetzt hat er wieder diesen Blick, er schreibt wieder. Und dann kann ich mich auch so zurückziehen und die wissen, den behelligen wir jetzt nicht.
Hier seht ihr das Interview
