Kurz nach Berufung – Der Anwalt von Tupacs Mörder Keefe D. wurde tot aufgefunden
Anwalt von Keefe D. ist tot
Michael Sanft, Verteidiger von Duane „Keffe D“ Davis im Prozess um den Mord an Tupac Shakur, ist tot. Der 55-jährige Anwalt wurde am Freitag, dem 6. November, in seinem Haus in Las Vegas aufgefunden. Das Büro des Gerichtsmediziners von Clark County bestätigte seinen Tod. Die Polizei von Las Vegas verwies alle Anfragen an die Gerichtsmedizin.
Sanft hatte Davis im Prozess in Las Vegas ohne Honorar vertreten. Er war leitender Prozessanwalt der Kanzlei SOS Injury Lawyers und stellte für den Fall ein eigenes Team zusammen. Nach eigenen Angaben hat er in seiner Laufbahn mehr als 150 Verfahren geführt. Nach dem Urteil sagte er dem Sender FOX5, er sehe nicht, was er hätte anders machen können.
Verurteilung von Keefe D.
Der Prozess um den Mord an Tupac Shakur endete am 31. August mit einem einstimmigen Schuldspruch. Nach knapp zwei Wochen Verhandlung beriet die Jury weniger als drei Stunden. Davis, 63, wurde wegen Mordes ersten Grades verurteilt. Er war nicht beschuldigt, selbst geschossen zu haben, sondern die Tat im Jahr 1996 organisiert zu haben. Er ist die erste und einzige Person, die für den Tod des Rappers zur Rechenschaft gezogen wurde.
Am 13. Oktober verurteilte Richterin Carli Kierny Davis zu 40 Jahren bis lebenslang. Die Strafe enthält einen zwingenden Zuschlag von 20 Jahren, weil er an der Tat verdienen wollte. 731 Tage Untersuchungshaft werden angerechnet. Staatsanwalt Marc DiGiacomo sagte, Davis werde „garantiert“ im Gefängnis sterben. Die Richterin sagte laut CNN: „Sie dürfen keinen Mann aus seiner Familie reißen. Erst recht nicht, wenn dieser Mann Tupac Shakur ist.“ Mitglieder der Familie Shakur schilderten vor Gericht ihre Trauer.
Tupac Shakur war am 7. September 1996 im Alter von 25 Jahren bei einer Schießerei aus einem fahrenden Auto in Las Vegas getroffen worden und starb sechs Tage später. Davis war im September 2023 festgenommen worden, auch aufgrund seiner eigenen Schilderungen über die Tat in den Jahren zuvor. Die drei anderen Insassen des Cadillacs, darunter Davis‘ Neffe Orlando „Baby Lane“ Anderson, der laut Davis geschossen hatte, sind inzwischen gestorben.
Berufung eingelegt
Laut Gerichtsunterlagen reichte Sanft am 30. Oktober Berufung ein. Die Verteidigung argumentierte, die Staatsanwaltschaft habe nicht belegen können, dass Davis die tödlichen Schüsse organisiert habe. Davis‘ frühere Aussagen in Interviews und in seinen Memoiren stufte sie als reine Unterhaltung ein. Todesursache und Todesart stehen noch aus. Der Anwalt Michael Troiano nannte Sanft ehrlich, bescheiden und einen talentierten Prozessanwalt. Er hinterlässt zwei Kinder. Ob und wie die Berufung von Davis nun weitergeführt wird, ist offen.
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