Rapperin gesteht: „Mein Vater ist glücksspielsüchtig“
Glücksspiel ist in den vergangenen paar Jahren leider ein immer größeres Thema in der Deutschrapszene geworden. Immer mehr Künstler haben in Casino-Streams eine Möglichkeit gefunden, ihre Einnahmen zu steigern und sinkende Streamingzahlen abzufedern. Rund ein Dutzend bekannter Rapper hat dieses Geschäftsmodell inzwischen für sich entdeckt.
Klar dabei ist aber auch, dass mit diesem Geschäft nur Geld verdient wird, wenn andere Menschen ihr Geld verlieren. Ansonsten würden die Casinos keine Unsummen für Werbung ausgeben. Nur weil die Opfer nicht sichtbar sind, bedeutet es nicht, dass es sie nicht gibt.
Ebow
Jetzt hat Rapperin Ebow ihr persönliches Schicksal geteilt und enthüllt, dass ihre eigene Familie von Glücksspielsucht betroffen ist. Basierend auf ihrer eigenen Geschichte veröffentlichte die Rapperin den Song „Novoline“, den sie aufgrund der Erfahrungen mit ihrem eigenen Vater geschrieben hat. Dabei schrieb sie den Song sowohl aus ihrer eigenen Perspektive, aber auch aus der Perspektive ihres Vaters, ohne Schuldzuweisungen zu machen. Stattdessen beschreibt sie die Sucht als das, was es ist: Eine Krankheit.
Auszug aus „Novoline“
„Dein Kind wartet zu Hause auf dich
Deine Frau hat diesen traurigen Blick
Doch wenn du jetzt gewinnst
Alles gewinnst
Kriegst du das hin
Alles wieder hin
(…) Ist okay, sie wird’s verstehen
Erst wird sie schreien, doch dann wird sie sich freuen“
Der Song von Ebow
„Mein Vater ist glücksspielsüchtig“
Einige Tage nach Release des Songs hat Ebow nun ein Statement zu ihrem eigenen Schicksal veröffentlicht und bestätigt, dass der Inhalt des Songs autobiographisch ist. Beim Schreiben der Lyrics hatte sie selbst Scham davor, ihren eigenen Vater zu verletzen und ihre Probleme mit der Öffentlichkeit zu teilen. Gleichzeitig ist sie auch überrascht davon, wie viele Menschen ihre seitdem schreiben und dasselbe Schicksal teilen. Damit hat sie das Ziel ihres Songs definitiv erreicht.
Ebow über ihren Vater
„Mein Vater ist glücksspielsüchtig und ich hätte nie gedacht dass es ein Thema ist, das so viele Leute betrifft. Seitdem dieser Song draußen ist, erreichen mich so viele Nachrichten von Menschen, die ungefähr die gleiche Story haben in ihrer eigenen Familie. Ich habe beim Schreiben vom Song selbst gemerkt, wie viel Scham mit dem Thema verbunden ist. Ich habe gemerkt, dass ich mir schwer tu über das Thema zu sprechen, weil ich Angst davor hatte eine Person die mir nahe steht bloßzustellen.“
Das Statement von Ebow
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