„Rhetorisch steckt sie alle in die Kiste“ – Manuellsen lobt Alice Weidel und zerlegt sie im selben Satz

Manuellsen über Alice Weidel

Manuellsen hat sich in der Vergangenheit oft und sehr deutlich zur AfD geäußert. In einem neu veröffentlichten Interview auf dem Stuttgarter YouTube-Kanal Tommy Unlocks kommt der Ruhrpott-Rapper erneut auf die Partei zu sprechen, diesmal aber ausführlich auf ihre Vorsitzende. Im Mai hatte er bereits erklärt, er habe nichts gegen die AfD und halte sie für die besten Influencer Deutschlands.

Der Einstieg ins Thema ist eine Abrechnung mit Friedrich Merz, dessen Auftritte Manuellsen als inhaltsleer abtut. Nach zwei, drei Minuten sei der Kanzler fertig und habe nichts gesagt, spottet er. Danach kommt er auf Alice Weidel - und wird bei ihrem Auftreten überraschend anerkennend.

Rhetorisch, so seine Einschätzung, sei der AfD-Chefin im politischen Betrieb kaum jemand gewachsen. Er beschreibt, wie sich die Stimmung im Raum ändere, sobald sie ans Rednerpult trete: Aura, Auftreten, Energie. Wer ihr etwas entgegensetzen wolle, bräuchte Leute auf ihrem Niveau, und genau die sieht Manuellsen derzeit nicht.

„Wir sind ja keine Hater“

So groß der Respekt vor der Form ausfällt, so eindeutig ist das Urteil über den Inhalt. Manuellsen stellt im Gespräch unmissverständlich klar, dass er ihre Positionen komplett ablehnt: „Ich unterschreib nichts von dem, was sie sagt. Nix. Nix.“ Kurz darauf beziffert er das sogar: „Zu 98% unterschreibe ich nichts von dem, was sie sagt.“

Auf die Nachfrage des Gastgebers, warum er diese 98 Prozent nicht unterschreiben würde, fällt die Antwort in einem einzigen Satz: Es sei rassistischer Schwachsinn. Was ihn zusätzlich stört, ist die Wirkung auf das Publikum. Die Leute nähmen ihr diese Inhalte ab, als sei sie direkt aus der Sonne gekommen, beschreibt er das Phänomen.

Seine eigene Position fasst Manuellsen dabei selbst in einem Halbsatz zusammen: „Wir sind ja keine Hater.“ Für ihn lassen sich beide Dinge nebeneinander stehen - Anerkennung für ein rhetorisches Handwerk auf der einen Seite und vollständige Ablehnung dessen, was damit transportiert wird, auf der anderen. Eine Differenzierung, die er im weiteren Verlauf des Gesprächs allerdings nicht auf jeden AfD-Politiker ausdehnen will.