Mordkommission ermittelt Tatort, an dem auf Sinan-G geschossen wurde
Die Polizei kennt jetzt den Tatort
Zwei Tage nach den Schüssen auf einen 38-jährigen Essener hat die Mordkommission eine der zentralen offenen Fragen beantwortet. In einer ersten Fortschreibung ihrer Mitteilung teilte die Polizei Essen am Dienstagnachmittag mit, wo die Schüsse tatsächlich gefallen sind: auf dem Parkplatz der Universität Essen neben dem alten Audimax an der Segerothstraße.
Auf diesen Ort kamen die Ermittler über Spuren. Auf dem Parkplatz wurden Glassplitter gefunden, die zu dem beschossenen Fahrzeug passen. Damit ist der Ablauf der Tatnacht ein gutes Stück klarer, denn der graue VW T-Roc war in der Nacht mehrere hundert Meter entfernt am Berliner Platz angetroffen worden. Genau deshalb war zunächst unklar geblieben, an welcher Stelle überhaupt geschossen wurde.
In unserem Bericht von Sonntag stand an dieser Stelle noch, dass offen sei, wo genau geschossen wurde und welches Motiv hinter der Tat steckt. Die eine Hälfte dieser Lücke hat die Polizei jetzt geschlossen. Die andere bleibt bestehen.
Zeugen gesucht, Motiv weiter offen
Mit der neuen Erkenntnis hat die Polizei ihren Zeugenaufruf erneuert und diesmal deutlich enger gefasst. Gesucht werden Menschen, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Bereich der Universität verdächtige Personen gesehen oder Schüsse gehört haben. Hinweise nimmt die Polizei Essen unter 0201/8290 oder per Mail an [email protected] entgegen. Der frühere Aufruf hatte sich noch allgemein auf die Innenstadt bezogen.
Zum Hintergrund der Tat schweigen die Ermittler weiterhin. Eine Täterbeschreibung gibt es bislang nicht, ein Motiv wird in der Mitteilung nicht genannt. Der 38-Jährige war nach Polizeiangaben durch Glassplitter leicht verletzt worden. Einen Namen nennt die Polizei nach wie vor nicht, was bei Opfern von Straftaten der Regelfall ist.
Von Sinan-G selbst gibt es bis jetzt keine Wortmeldung. Ghazi47 hatte am Sonntag über seine Instagram-Story Entwarnung gegeben und angekündigt, dass Sinan-G sich selbst zu den Ereignissen äußern werde. Bis dahin bleibt die Polizeimitteilung die einzige belastbare Quelle zu einem Fall, der bereits die zweite schwere Geschichte binnen weniger Jahre ist, in der Sinan-G in Essen ins Visier gerät. Die vollständige Mitteilung findet ihr beim Presseportal.

