„Es war mein Fehler“ - Mois wird nach Protesten aus Hannover wieder ausgeladen
Ein Stadtteil stellt sich quer
Am Freitag soll auf der Limmerstraße 40 in Hannover ein neuer Imbiss aufmachen. „Bang Bang“ heißt der Laden, gearbeitet wird mit Philycheesesteaks, und für die Eröffnung hatte sich der Betreiber einen Namen eingeladen, der in der Szene für Reichweite sorgt: Mois. Für den Stadtteil Linden-Nord war genau das der Punkt, an dem die Sache kippte.
Innerhalb weniger Tage formierte sich Widerstand, wie ihn eine Imbisseröffnung selten auslöst. Eine Online-Petition unter dem Titel „Für unser friedliches Linden“ sammelte bis Montag mehr als 1.900 Unterschriften. Die Initiatoren forderten, Linden müsse ein „offener, vielfältiger und friedlicher Ort“ bleiben. An der Fassade des Ladens landete Farbe, und in den sozialen Netzwerken lief die Debatte heiß.
Hintergrund sind die Vorwürfe, die Mois seit Jahren begleiten. Kritiker verwiesen auf die Gewalt gegen seine Ex-Partnerin, auf öffentliche Drohungen sowie auf frauenfeindliche Aussagen. Wir hatten die Eskalation zwischen Mois und seiner Ex-Freundin damals ausführlich begleitet, unter anderem als Sinan-G sich zu den Prügelvorwürfen äußerte.
Der Betreiber rudert zurück
Der Druck wirkte. Betreiber Saman Hosseinzadeh zog die Einladung zurück und meldete sich mit einer Entschuldigung, die ungewöhnlich deutlich ausfällt. „Ich habe mit dieser Einladung Menschen in Linden verletzt, das war nicht mein Ziel“, sagte er. Und weiter: „Es war mein Fehler. Ich hätte mich besser informieren müssen.“
Bemerkenswert ist, dass Hosseinzadeh auch seinen eigenen ersten Reflex einräumt. Auf die anfängliche Kritik hatte er mit Ausfällen in Richtung Linden und Antifa reagiert - ein Verhalten, das er inzwischen selbst als Fehler bezeichnet. „So redet man nicht, das tut mir leid, ich hätte mich lieber gleich informieren sollen“, so der Betreiber. Einen Tagesumsatz im September will er an eine Frauen- oder Gewaltschutzorganisation spenden.
Rückendeckung bekam der Protest aus der Bezirkspolitik. Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube fasste seine Haltung zu dem geplanten Auftritt in vier Worten zusammen: „Falscher Ort, falscher Inhalt.“ Von Mois selbst gibt es zu der Ausladung bislang keine Reaktion. Erst am Wochenende hatte er noch für Schlagzeilen gesorgt, als er über 45.000 Euro monatliche Ausgaben behauptete. Die Eröffnung am Freitag findet nun ohne ihn statt.

