„wohnt ja nicht mal in Deutschland“ - Manuellsen und Bözemann werfen der AfD-Chefin Alice Weidel Doppelmoral vor

Manuellsen zu Gast bei Platzaxt

Aus den einstigen Boxgegnern sind Gesprächspartner geworden: Manuellsen war in Nagold bei Bözemanns YouTube-Format „Platzaxt“ zu Gast. Das Treffen hatten die beiden vor wenigen Tagen mit einer gemeinsamen Ansage öffentlich gemacht, seit Donnerstag ist die komplette Folge auf Bözemanns YouTube-Kanal online.

In gut 75 Minuten geht es um die gemeinsame Vorgeschichte, ums Boxen und schließlich auch um Politik. Dabei landen die beiden bei Alice Weidel, an der sich Manuellsen schon länger abarbeitet: Anfang September hatte er der AfD-Chefin im Interview rhetorische Klasse bescheinigt und erklärt, zu 98 Prozent unterschreibe er nichts von dem, was sie sage.

Ihre Botschaft an das deutsche Volk fasst Manuellsen diesmal so zusammen: „Die Deutschen müssen wieder gefestigt sein. Wir brauchen gute Leute.“ Dann stellt er sich demonstrativ auf ihre Seite, mit einer Bedingung: „Gut, Frau Weidel, ich gehe mit Ihnen. (…) Sie haben recht…. Machen Sie vor. Machen Sie vor!“ Auf den Doktortitel legen die beiden dabei hörbar Wert. Wer nur „Frau Weidel“ sagt, wird prompt vom anderen korrigiert.

„Zweitens: Remigration“

Wo es mit diesem Vorbild hapert, zählt Manuellsen anschließend auf. Den ersten Stolperstein sieht er bei der Familienplanung. Weidel lebt in einer eingetragenen Partnerschaft mit Sarah Bossard. Gemeinsam ziehen die beiden zwei Söhne groß.

Punkt zwei ist eines der zentralen Schlagwörter der AfD: „Zweitens: Remigration.“ Dabei kommt Manuellsen auf Weidels Lebensgefährtin zu sprechen: „Ich will nichts gegen sie sagen (…) Woher kommt die? Aus Sri Lanka.“ Bözemann wendet ein, die Frau habe doch einen deutschen Pass. Manuellsen stellt klar, dass sie Schweizerin sei, und legt direkt nach: „Frau Dr. Weidel wohnt ja nicht mal in Deutschland.“

Sein Fazit fällt entsprechend spitz aus: „Und jetzt wollen sie von der Schweiz aus uns Deutschen sagen, wie hier Deutschland funktionieren soll?“ Bossard stammt tatsächlich aus Sri Lanka und wurde im Alter von drei Monaten von einem Schweizer Pfarrerehepaar adoptiert. Die Familie lebt seit Jahren im schweizerischen Einsiedeln. Offiziell hat Weidel ihren Haupt- und Steuerwohnsitz allerdings in Überlingen am Bodensee. Parallel dazu hat sie einen Wohnsitz in Einsiedeln im Kanton Schwyz (Schweiz). Dort lebt sie mit ihrer eingetragenen Lebenspartnerin und den gemeinsamen Kindern.