Ex-Hells-Angel behauptet Bonez MC hatte Hamburg-Verbot weil er nicht zahlen wollte

Streit ums Geld

Eigentlich dreht sich der zweite Teil der SPIEGEL-TV-Reihe „Im Verhör: Gangsterrap und Großfamilien“ um die Ermittlungsakte zu Capital Bra. Gegen Ende der Folge kommt die Runde allerdings auf die 187 Strassenbande zu sprechen. Ausgangspunkt ist ein altes Statement von Bonez MC, das in der Sendung zitiert wird: „In Hamburg gibt es kein Schutzgeld.“ Und weiter: „Unsere Gruppe ist so groß, dass wir in allen Bezirken Menschen hinter uns haben und somit keine natürlichen Feinde, außer die Polizei.“

Ex-Hells-Angel Kassra Zargaran, der schon in Teil eins über Flers Berlinverbot ausgepackt hatte, erzählt eine andere Geschichte. Man sei mit der Gruppe zusammen den Weg gegangen und sehr erfolgreich gewesen. Nach dem großen kommerziellen Durchbruch der 187 Strassenbande habe es dann Verwerfungen gegeben. Aus dem Charter, zu dem er nach eigenen Angaben noch gute Kontakte hat, wisse er, dass es darum gegangen sei, Zahlungsvereinbarungen an die gestiegenen Einnahmen anzupassen.

Bonez MC habe sich dem laut Zargaran verweigert. Die Folge sei ein Hamburg-Verbot gewesen. Das Charter North End aus Norderstedt habe die Hamburger Brüder darüber informiert, dass die 187 Strassenbande sich in der Stadt nicht mehr blicken lassen dürfe. Bonez sei daraufhin nach Berlin gegangen. Öffentlich sei von einer künstlerischen Neuorientierung die Rede gewesen, die Wahrheit sei laut Zargaran aber eine andere und behauptet: „er darf sich in Hamburg nicht mehr auf der Straße sehen lassen“.

Prügel in St. Georg

Dabei soll es zu einem folgenschweren Missverständnis gekommen sein. Das Verbot habe laut Zargaran eigentlich nur für Bonez MC gegolten, das Hamburger Charter habe es aber auf die ganze Gruppe bezogen. In St. Georg sei deshalb ein anderer bekannter Künstler aus der Crew, dessen Namen Zargaran nicht nennt, von einem seiner ehemaligen Brüder attackiert worden: „hat ihn angegriffen und hat ihn zusammengeschlagen“. Der Künstler sei geflüchtet, erst danach sei klargestellt worden, dass das Verbot nur Bonez betreffe.

Inzwischen habe sich die Lage laut Zargaran wieder beruhigt, Bonez könne sich in der Szene wieder blicken lassen: „die machen Fotos zusammen, alles wieder gut“. Einen kleinen Knacks habe das Verhältnis aber behalten. Für den Ex-Rocker zieht sich das Muster wie ein roter Faden durch den Gangsterrap: Berlinverbot für Fler, Hamburg-Verbot für Bonez und bei Capital Bra Verhandlungen über seinen Kopf hinweg. SPIEGEL TV hat die 187 Strassenbande nach eigenen Angaben zu den Schilderungen angefragt, eine Antwort kam nicht.

Ganz neu ist der Vorwurf nicht. Schon im September 2021 hatte Fler behauptet, Bonez MC habe ein Hamburg-Verbot. Damals reagierte der 187-Fotograf mit einem Facepalm. Bonez selbst tat die Geschichte im Februar 2022 als Erfindung ab: „Er erfindet Geschichten um im Gespräch zu bleiben, weil keiner mehr seine Musik hört.“