Markus Lanz blickt auf sein Streitgespräch mit Bushido und Sido zurück
Precht bricht eine Lanze für Bushido
Mit diesem Bekenntnis hat Markus Lanz offenbar nicht gerechnet. In der neuen Folge seines ZDF-Podcasts „Lanz + Precht“ kommt das Gespräch auf eine der berüchtigtsten Sendungen seiner Talkshow-Karriere: den Auftritt von Bushido und Sido im Jahr 2011. Lanz stellt dabei klar, dass er die Sache längst hinter sich gelassen hat. Mit Blick auf die beiden Rapper hofft er, dass sie ebenfalls über jegliche negativen Gefühle hinweg sind: „Ich hoffe Bushido auch und Sido sowieso.“
Bei der Musik zieht der Moderator allerdings eine klare Grenze. „Sido höre ich immer wirklich sehr, sehr gerne“, erzählt Lanz, schiebt aber direkt hinterher: „Musik von Bushido hat sich mir nicht so richtig erschlossen.“ Genau an diesem Punkt grätscht Richard David Precht dazwischen und verteidigt den Berliner Rapper. „Du solltest dir mal anhören, was er mit Karel Gott gemacht hat“, empfiehlt der Philosoph seinem Co-Host und meint damit die gemeinsame Version von „Forever Young“ der beiden, die als „Für immer jung“ erschienen ist.
Lanz reagiert hörbar ungläubig mit einem knappen „Wirklich?“. Precht legt sogar noch nach: Der Song sei kurz vor seinem 50. Geburtstag herausgekommen, und er habe ihn genau zu diesem Anlass laufen lassen. „Ich habe das dann in dem Moment, wo ich 50 wurde, auch gespielt“, verrät er. Lanz antwortet trocken: „Interessant. Du, ich bin da ganz neutral.“ Dass die Kollabo mit dem 2019 verstorbenen Sänger tatsächlich ein großer Erfolg war, zeigt die Platin-Auszeichnung, die Karel Gott posthum mit Bushido erhalten hat.
Rückblick auf den Eklat von 2011
Aufhänger des Gesprächs ist ein Wiedersehen: Precht traf in der NDR Talkshow erneut auf Peter Maffay, mit dem er vor 15 Jahren bei Lanz saß. Damals sollte es eigentlich um die gemeinsame Musik von Maffay mit Sido und Bushido gehen. Stattdessen drehte sich die Sendung um Bushidos frischen Bambi für Integration und um seine umstrittenen Texte. Precht erinnert sich, dass er eigentlich nur über sein Kinderbuch sprechen wollte. „Zu meinem Entsetzen riefst du mich als Schiedsrichter auf“, sagt er zu Lanz. Bushidos Wandel habe er ihm damals nicht so richtig abgenommen.
Lanz schildert die Sendung aus seiner Perspektive. Während der Einspieler hätten Sido und Bushido, für das Publikum nicht zu sehen, die ganze Zeit beratschlagt, ob und wann sie aufstehen und gehen. Er habe zwischenzeitlich sogar befürchtet, die Situation könne handgreiflich werden. Heute sieht der Moderator die Familie Ferchichi mit anderen Augen: Er habe Bushido und seine vielen Kinder im Boulevard gesehen, und „irgendwie rührt mich das“. Wie es im Hause Ferchichi gerade zugeht, erzählt das Paar übrigens regelmäßig selbst – zuletzt etwa, warum es bei Anna-Maria und Bushido im Schlafzimmer ruhiger zugeht.
Ganz vergessen ist der Abend auf der anderen Seite allerdings nicht. Bushido hatte sich erst vor knapp zwei Jahren bei „TV Total“ erneut über die Sendung beschwert und gegen Markus Lanz nachgelegt. Lanz betont im Podcast dennoch seinen Respekt vor dem Erfolg des Rappers und stellt ihn in eine Reihe mit Helene Fischer: „Wenn man in der Liga Erfolg hat, in der Dimension Erfolg hat, dann hat man irgendwas unfassbar richtig gemacht.“
