Clan-Streit eskaliert – Tschetschenen jagen Remmo-Angehörigen Abu Hamza durch Berlin
Verfolgungsjagd in Kreuzberg: Videos zeigen Eskalation
Am U-Bahnhof Yorckstraße in Berlin-Kreuzberg ist ein Social-Media-Streit auf offener Straße eskaliert. Videos zeigen den Remmo-Angehörigen und TikTok-Creator Abu Hamza, wie er durch den Verkehr rennt, offenbar verfolgt von einer oder mehreren Personen. In seiner Hand ist dabei ein Messer zu sehen. Teile der Szene wurden zusätzlich von einer Dashcam festgehalten.
Kurz darauf meldete sich Abu Hamza mit einer eigenen Stellungnahme. Er erklärte seine Perspektive und begründete das Ziehen der Klinge: „Leute, ich habe nur das Messer gezogen, damit er weggeht. Damit er mich in Ruhe lässt. Damit er einfach weiterzieht mit seinen Leuten da, mit denen er gekommen ist. Mehr auch nicht“. Der 27-Jährige ist als Streamer bekannt und in der Vergangenheit immer wieder durch Konflikte im Umfeld von Social Media und Clan-Strukturen aufgefallen. Auch sportlich sorgte er bereits für Schlagzeilen, etwa beim Box-Event gegen Sinan-G.
Zuvor hatten zwei Tschetschenen eigene Clips veröffentlicht. Darin werfen sie Abu Hamza vor, Beleidigungen ausgesprochen zu haben. Dabei soll er die Mütter und deren Nationalstolz beleidigt haben. Als Reaktion kündigten sie Konsequenzen an: „Dann hat er natürlich auch mit Konsequenzen zu rechnen“. Die Spannungen waren bereits länger durch gegenseitige Provokationen im Netz aufgeladen und entluden sich nun auf der Straße.
Behörden alarmiert und Reaktionen aus der Szene
Die Berliner Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Nach Medienberichten prüfen die Clan-Fachstelle „Zentrum für Analyse und Koordination zur Bekämpfung krimineller Strukturen“ (ZAK BkS) sowie die Clan-Phänomenstreife im LKA den Ablauf der Ereignisse an der Yorckstraße. Die Sorge der Behörden: Der latente Konflikt zwischen tschetschenischen Gruppen und Angehörigen des Remmo-Clans könnte erneut aufflammen, wie bereits 2020.
Parallel dazu meldete sich Abdulkadir O., alias Tyson Ali, per Video zu Wort. Laut Berichten hat er zahlreiche Einträge im Strafregister und wird dem Remmo-Umfeld zugerechnet. In seinem Clip forderte er Zuschauer auf, ihm Namen und Adressen der mutmaßlichen Verfolger zu übermitteln, was die Lage zusätzlich anheizt.
Die Entwicklung wird in der deutschen Rap- und Creator-Szene aufmerksam verfolgt. Abu Hamza stand zuletzt häufiger im Fokus, auch durch sportliche und mediale Auseinandersetzungen. Die Ermittlungen laufen, während beide Lager ihre Sicht in Social Media verbreiten. Aus Sicht der Behörden bleibt entscheidend, ob weitere Beteiligte identifiziert werden und ob Vermittlungsgespräche - wie bereits vor einigen Jahren - erneute Eskalationen verhindern können.
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