Juju hat eine ADHS und Autismus Diagnose erhalten
Juju spricht über ihre ADHS- und Autismus-Diagnose
Juju, eine der prägendsten Stimmen im Deutschrap, hat in einer Therapie die Diagnosen ADHS und Autismus erhalten. Die Rapperin aus Berlin-Neukölln beschreibt, wie lange sie nach Antworten gesucht hat. „Ich wusste halt lange, irgendwas stimmt nicht mit mir.“ Der Moment der Klarheit brachte Erleichterung: „Ich war absolut erleichtert an dem Tag.“ Die Erkenntnis helfe ihr, Vergangenheit und Gegenwart besser einzuordnen.
Im Gespräch erklärt Juju, dass sich Reize für sie stärker bündeln und schwerer filtern lassen. Der Autismus verlange Ruhe und Struktur, während ADHS nach Stimulation dränge - ein Spannungsfeld, das ermüde. Gleichzeitig betont sie, dass viele Frauen ihren Autismus jahrelang kaschieren. Über die Diagnose sagt sie: „Durch die Diagnose habe ich endlich alles verstanden, und es war einfach geil, ehrlich gesagt“.
Die Rapperin blickt auf eine belastende Phase zurück: ausgefallene Tour in der Pandemie, mentale Krisen, Streitpunkte im Umfeld, ein Rückzug ins Ausland und aufwühlende Erinnerungen aus der Kindheit. Auf Instagram schrieb sie im vergangenen Jahr: „Wenn man unprivilegiert aufwächst und nichts und niemanden hat außer Talent, ist man ein leichtes Ziel für Seelenfänger …“ Erst professionelle Hilfe habe den Wendepunkt gebracht.
Alltag, Karriere und vorsichtiges Comeback
Im Alltag arbeitet Juju an klaren Routinen und Strukturen. Sie beschreibt, wie sie grundlegende Abläufe bewusst erlernt hat, um stabil zu bleiben. Auf der Bühne fühlt sie sich zuhause, doch das Drumherum zehrt an den Kräften. „Ich liebe Musik über alles“, betont sie, kündigt aber an, künftig Pausen konsequenter zu planen.
Karriereseitig hat Juju Maßstäbe gesetzt - zunächst mit SXTN, später solo. Songs wie Vermissen mit Henning May erreichten Rekorde, Bling Bling und ein MTV Europe Music Award unterstrichen ihren Status. Nach der Trennung von SXTN fand sie ihren Weg allein weiter und priorisierte konsequent ihre Gesundheit.
Im April meldete sich Juju mit neuer Musik zurück und kündigte ein Comeback an. Kleine Tourpläne stehen, jedoch mit Blick auf Balance, Umfeld und Verarbeitung des Erlebten. Für Fans markiert das die Rückkehr einer Künstlerin, die ihre Geschichte offen teilt und ihre Kunst aus Erfahrung, Technik und Haltung formt - aus Neukölln in den Deutschrap, mit ADHS und Autismus als Teil ihrer Identität.
Das gesamte Interview findet ihr hier beim Spiegel.
