„Soziale Gefährlichkeit“ - Rapper wird wegen Musikvideo abgeschoben
Stau für den perfekten Clip
Für ein Musikvideo gehen Rapper gerne an ihre Grenzen. Der moldawische Trapper 351 Bratan ist dabei allerdings einen Schritt zu weit gegangen. Am Abend des 18. September fuhr er mit einer Gruppe von Motorradfahrern auf die Schnellstraße Mailand-Meda und legte dort im Stadtteil Affori mitten im Berufsverkehr den Verkehr lahm, um Szenen für seinen Song „Bratva“ zu drehen. Mit dabei war auch der Rapper Omar Ramo.
Während sich hinter der Gruppe die Autos stauten, lief die Kamera, sogar eine Drohne war im Einsatz. Bevor die Polizei eintraf, war die Crew schon wieder verschwunden. Überführt hat sich 351 Bratan am Ende selbst: Wenige Tage später lud er die Aufnahmen samt Drohnenbildern der blockierten Straße auf Instagram hoch.
Damit reiht sich der Rapper in eine lange Liste von Künstlern ein, die sich mit ihren eigenen Clips ins Visier der Behörden gebracht haben. Schon vor einigen Jahren verriet sich ein US-Rapper durch sein Musikvideo selbst und wurde verhaftet. Und auch in Deutschland ist so mancher Videodreh legendär schiefgegangen.
Innenminister greift persönlich durch
Die Ermittler identifizierten 351 Bratan, der bürgerlich Nicolae Novacenco heißt, über seine Social-Media-Profile als den Fahrer an der Spitze der Gruppe. Danach ging alles sehr schnell. Italiens Innenminister Matteo Piantedosi verkündete auf X persönlich, dass der Rapper die Sicherheit der Autofahrer schwer gefährdet habe. Seine Aufenthaltsgenehmigung sei „in considerazione della sua pericolosità sociale“, also wegen seiner sozialen Gefährlichkeit, entzogen worden.
Am 27. September wurde 351 Bratan in den ersten Direktflug nach Moldawien gesetzt. Laut den italienischen Behörden war er zuvor bereits wegen illegalen Waffenbesitzes, Hehlerei und Drogenbesitzes angezeigt worden.
Sein Anwalt Matteo Politano will das nicht hinnehmen. Er spricht von „una bravata“, also einer Dummheit, und hält die Maßnahme für unverhältnismäßig. Sie sei nur wegen der großen medialen Aufmerksamkeit getroffen worden. Der 31-Jährige lebt seit 2009 in Italien, arbeitet als Kurier und hat dort eine Frau und ein neun Monate altes Kind. Beim Verwaltungsgericht der Lombardei wurde bereits Eilbeschwerde eingelegt.
Hier seht ihr den Clip von 351 Bratan
