Kanye West-Konzerte in St. Petersburg abgesagt – jetzt ermitteln die russischen Behörden
Kanye West Konzerte gestrichen
Die geplanten Russland-Konzerte von Ye (Kanye West) in St. Petersburg sind offiziell abgesagt. Der Moskauer Veranstalter Say Agency verkündete via Telegram: „Liebe Freunde, wir müssen euch leider mitteilen, dass die Ye-Konzerte in St. Petersburg zu den geplanten Terminen nicht stattfinden können“. Die Shows waren für den 10. und 11. Oktober in der Gazprom-Arena angekündigt, eine konkrete Begründung blieb zunächst aus.
80.000 Tickets verkauft
Laut Veranstalter soll zeitnah Klarheit folgen: „In Kürze werden wir Euch eine offizielle Erklärung zum Stand des Projekts und zu den weiteren Plänen zukommen lassen.“ Ticketkäufer sollen ab dem 12. Oktober ihr Geld zurückerhalten. Medienberichten zufolge lag die Preisspanne zwischen knapp 100 Euro und etwa 1700 Euro. Mehr als 80.000 Tickets sollen bereits verkauft worden sein, günstige Kategorien waren schnell vergriffen.
Schon Mitte September verschwanden die Termine von der Tourliste. Die Gazprom-Arena erklärte zuvor, es gebe keine unterschriebenen Verträge für die Auftritte. Wörtlich hieß es: „Dementsprechend kann das Konzert nicht auf unserem Gelände stattfinden“. Damit fehlte die Basis für die Durchführung, obwohl die Nachfrage groß war und die Konzerte als ausverkauft galten.
Ermittlungen in Russland
Nun ermitteln russische Behörden gegen Say Agency wegen eines möglichen Betrugsfalls, wie die Wirtschaftszeitung Kommersant berichtete. Der Schaden könnte sich auf einen Betrag jenseits der 15 bis 20 Millionen Euro belaufen. Offizielle Details liegen bislang nicht vor. Der Veranstalter hat bis heute keine abschließende Begründung für die Absage kommuniziert. Informationen für eine Rückerstattung der Ticketkosten wurden bisher nicht geliefert.
Parallel kursierten in russischen Medien Berichte über politischen Gegenwind. Ein Abgeordneter forderte, Ye solle vorab seine „moralische Unterstützung“ für den Krieg gegen die Ukraine erklären. Erst dann dürfe ihm der Auftritt gewährt werden. Ultranationalistische Gruppen kündigten zudem Prüfungen der Songtexte an, um potenziell verbotene Inhalte zu identifizieren.
Auch inhaltliche Auflagen standen im Raum. Die BBC berichtete, Politiker Vitali Milonov habe gefordert: „Statt seiner Setlist soll er russische Lieder spielen“. International blieb Ye zuletzt wegen geplatzter Termine im Fokus. In Europa wurden mehrere geplante Shows abgeblasen, einzig ein umstrittener Auftritt in Albanien fand statt. In St. Petersburg sind die Oktober-Konzerte nun endgültig vom Tisch.
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