Urteil gefallen – Tupacs Mörder muss 40 Jahre ins Gefängnis
Keffe D
30 Jahre nach dem Tod von Tupac Shakur steht das Strafmaß fest. Am Dienstag verurteilte Richterin Carli Kierny in Las Vegas Duane „Keffe D“ Davis (63) zu 40 Jahren bis lebenslang. Ende August hatten die Geschworenen ihn des Mordes ersten Grades schuldig gesprochen – wir berichteten über den Schuldspruch.
Die Strafe setzt sich aus zwei Teilen zusammen: 20 Jahre bis lebenslang für den Mord selbst und zwingend im Anschluss weitere 20 Jahre bis lebenslang, weil eine tödliche Waffe im Spiel war. „Die Gesamtstrafe beträgt 40 Jahre bis lebenslang“, verkündete Kierny. 731 Tage, die Davis bereits in Haft sitzt, werden ihm angerechnet. Den tödlichen Schuss hatte Keffe D nicht selbst abgegeben. Die Jury sah es aber als erwiesen an, dass er die Waffe besorgt und die Tat ins Rollen gebracht hat. Überführt hatten ihn vor allem seine eigenen Interviews und sein Buch.
Bei der Urteilsverkündung fand die Richterin deutliche Worte. „Du hast nicht das Recht, einen Mann seiner Familie zu nehmen“, sagte sie an Davis gerichtet. Und weiter: „Du hast nicht das Recht, ihm sein Leben, seine ganze Zukunft zu nehmen … schon gar nicht, wenn dieser Mann Tupac Shakur ist.“
Tupacs Familie
Vor dem Urteil sprachen Tupacs Schwester Sekyiwa „Set“ Shakur und sein Bruder Mopreme Shakur zum Gericht. Laut BBC kämpfte Set während ihrer gesamten Aussage mit den Tränen und beschrieb Tupac als großen Bruder, der immer auf sie aufgepasst habe. „Ich vermisse meinen Bruder“, sagte sie. Beide forderten die Höchststrafe. Mopreme erklärte demnach, sein Bruder habe keinen Prozess bekommen, sondern ein Todesurteil.
Keffe D selbst trat deutlich angriffslustiger auf als während des Prozesses und lieferte sich laut BBC schon vor Beginn der Anhörung angespannte Wortwechsel mit dem Gericht. Er will das Urteil anfechten und forderte außerdem seine beschlagnahmten Sachen zurück: „Ich hätte gerne all meine Sachen zurück. Die Computer, alle Handys, alles. Und ich würde in dieser Sache gerne in Berufung gehen.“ Die Richterin erklärte, dass er die Berufung nach der Urteilsverkündung einlegen könne.
Tupac war am 7. September 1996 nach einem Mike-Tyson-Kampf in Las Vegas aus einem weißen Cadillac heraus angeschossen worden und starb sechs Tage später im Alter von 25 Jahren. Laut Polizei war die Tat Rache dafür, dass Tupac und Leute von Death Row Records Davis‘ Neffen Orlando Anderson nach dem Kampf verprügelt hatten. Anderson, der als Schütze gilt, starb 1998. Von den Männern, die in jener Nacht im Cadillac gesessen haben sollen, lebt nur noch Keffe D.
Hier seht ihr den Moment der Urteilsverkündung
