Suchtforscher ordnet Haftbefehls Kokain-Rückfall ein
Haftbefehl
Die Sorge um Haftbefehl reißt nicht ab. Am Sonntag hatte sich Capo im Namen der Familie mit einem Statement zu Wort gemeldet und mitgeteilt, dass sein großer Bruder unter ärztlicher Aufsicht steht. Die anstehenden Konzerte in Düsseldorf und Berlin wurden abgesagt. Kurz darauf berichtete die BILD, dass hinter der Absage ein massiver Rückfall stecken soll.
Nach BILD-Informationen soll der 40-Jährige Anfang Oktober bis zu 30 Gramm Kokain konsumiert haben und in akuter Lebensgefahr gewesen sein. Die Ärzte sollen ihn ins künstliche Koma gelegt und beatmet haben. Wie wir bereits berichtet haben, soll Haftbefehl inzwischen wieder wach und auf dem Weg der Besserung sein.
Schweizer Medien wie 20 Minuten und der Tages-Anzeiger berichten zudem, dass er in einer Klinik in der Schweiz behandelt wird. Offiziell bestätigt ist das nicht. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat den Fall nun von zwei Experten einordnen lassen. Deren Einschätzung macht deutlich, wie ernst die Lage offenbar war.
„Das kann zum Tod führen“
Suchtforscher Heino Stöver, ehemaliger Direktor des Instituts für Suchtforschung an der University of Applied Sciences in Frankfurt, nennt gegenüber der F.A.Z. 1,5 Gramm als Referenzwert für eine Tagesdosis Kokain. Die kolportierten 30 Gramm wären demnach das Zwanzigfache. Für Stöver ist das „eine mörderisch hohe Menge“. Ein Konsum in diesem Ausmaß führe zu Kreislaufbeschwerden, Schäden am Herzen und weiteren körperlichen Störungen: „Das kann zum Tod führen.“
Auch Matthias Luderer, Leiter der Abteilung für Suchtmedizin an der Frankfurter Uniklinik, warnt. Kokain werde immer häufiger als Party- oder Leistungsdroge konsumiert: „Das ist eine bedenkliche Entwicklung, denn schon gelegentlicher Konsum kann auch bei jungen Menschen zu Herzinfarkten, Schlaganfällen, Verfolgungswahn und Halluzinationen führen.“ Kokainabhängigkeit sei allerdings behandelbar, auch wenn es bislang kein zugelassenes Medikament dafür gebe. „Leider hindern Scham und Stigmatisierung viele Betroffene noch immer daran, rechtzeitig Hilfe zu suchen“, so Luderer.
Haftbefehl hatte seine Sucht in der Netflix-Doku „Babo – Die Haftbefehl-Story“ selbst öffentlich gemacht. Nach mehreren Absagen im Frühsommer meldete er sich im September mit einem Auftritt in der ausverkauften Frankfurter Festhalle zurück, bei dem er durchgehend auf die Unterstützung von Kollegen angewiesen war. Schon damals machten sich viele Sorgen um seinen Zustand. Wir wünschen Aykut weiterhin gute Besserung.
Hier seht ihr das Statement von Capo
