„Ed war in einer beschissenen Lage“ – Macklemore enthüllt das Ultimatum an Ed Sheeran
Macklemore packt aus
Nach seinem Rauswurf aus Ed Sheerans „Loop Tour“ wegen seiner „Free Palestine“-Rufe hat sich Macklemore mit einem langen Statement auf Instagram zu Wort gemeldet. Bevor der US-Rapper erzählt, was hinter den Kulissen passiert sein soll, stellt er klar: „Ich bin kein Opfer. Ed Sheeran ist kein Opfer. Pink ist kein Opfer.“ Die Sängerin hatte ihn zuvor öffentlich kritisiert. Die Opfer seien die Palästinenser, schreibt Macklemore. Sein Beitrag hat inzwischen mehr als sieben Millionen Likes gesammelt.
Ultimatum an Ed Sheeran
Hinter dem Rauswurf steckt laut Macklemore Robert Kraft, Besitzer der New England Patriots und des Gillette Stadiums, in dem Sheerans Tour Ende September Halt macht. Sheeran habe ihm erzählt, dass Kraft ihn angerufen habe. „Ed erzählte mir, dass Kraft gesagt hat, ich dürfe nicht in seinem Stadion auftreten“, schreibt Macklemore. Kraft habe außerdem einige andere Stadionbesitzer auf seine Seite gezogen, gemeinsam hätten sie Sheeran ein Ultimatum gestellt: „Wenn Macklemore auf der Tour bleibt, darfst du nicht in unseren Spielstätten spielen.“
Mit Sheeran selbst geht Macklemore versöhnlich um, nach 13 Jahren Freundschaft betrachte er ihn als Bruder. „Ed war in einer beschissenen Lage. Er wusste es.“ Sheeran habe ihm gesagt, die Worte „Free Palestine“ und das Bild der palästinensischen Flagge hätten viele Menschen verletzt, mit denen er gesprochen habe. Macklemores Antwort: „Ich habe ihm gesagt, wenn diese Worte anstößiger seien als Zehntausende palästinensische Kinder, die von Israel getötet werden, dann gebe es eine grundlegende Kluft zwischen dem, wo diese Menschen stehen, und dem, wo ich stehe.“
Kraft bestätigt Auftrittsverbot
Robert Kraft hat das Auftrittsverbot für die Konzerte am 25. und 26. September inzwischen bestätigt. Er begründete es mit Macklemores jüngsten Aktionen, dem Material, das bei den Shows in New Jersey von der Bühne aus gezeigt wurde, und einer „breiteren Vorgeschichte antisemitischer Rhetorik und Bildsprache“. Auf den Vorwurf, er habe andere Stadionbesitzer mobilisiert, ging der Milliardär nicht ein. Ed Sheeran erklärte in einem eigenen Statement, die Entscheidung habe der Tourveranstalter getroffen, nachdem Spielstätten mit der Absage der Shows gedroht hätten. Die übrigen Voracts haben die Tour daraufhin aus Solidarität verlassen.
Macklemore selbst sieht in der Aufregung eine Frage der Reichweite. Was er im MetLife Stadium gesagt habe, sage er seit fast drei Jahren auf Bühnen auf der ganzen Welt. Zum Problem sei es erst geworden, seit er sich die Bühne mit einem der größten Künstler der Welt teile: „Ab einer gewissen Reichweite wird ‚Free Palestine‘ zu einem zu großen Risiko.“ Einer der wirksamsten Wege, ihn zum Schweigen zu bringen, sei es gewesen, den Vorwurf des Antisemitismus als Waffe einzusetzen. „Antisemitismus ist real“, schreibt er - gerade deshalb sei das Wort zu wichtig, um als Schutzschild gegen Kritik am israelischen Staat benutzt zu werden.
Gegen Ende seines Statements schreibt Macklemore: „Ich brauchte keine 10 Shows von Ed. Ich brauchte 2.“ Er habe zwei Chancen gebraucht, vor 90.000 Menschen die Worte auszusprechen, die irgendwie zu gefährlich geworden seien. Sein Fazit: „Aber wenn mich diese Worte die Bühne kosten und dabei das Gespräch wieder auf Palästina lenken, dann war es die erfolgreichste Tour, auf der ich je war.“ Zwei Tage später legte der Rapper nach und kündigte an, seine gesamten Nettoeinnahmen aus der Tour in Höhe von einer Million US-Dollar an Hilfsorganisationen für Palästinenser zu spenden.
