Eko Fresh erklärt, warum er German Dream dichtgemacht hat

Eko Fresh über das Ende von German Dream

Vor gut einem Jahr hat Eko Fresh einen Schlussstrich unter eines der bekanntesten Labels der Deutschrap-Geschichte gezogen. Im August 2025 gab er bekannt, dass German Dream nach 21 Jahren geschlossen wird und seine Musik künftig über Paperboy erscheint. In der neuen Folge von „Hiphop.de Talks“ hat der Kölner nun ausführlich erklärt, was hinter dieser Entscheidung steckt.

Er habe nicht länger auf das Label reduziert werden wollen, erzählt Eko auf die Frage von Moderatorin Miriam. Alle anderen von German Dream seien längst ihren eigenen Weg gegangen, als Oberhaupt sei aber immer nur er auf die alten Geschichten angesprochen worden. Das wollte er nicht mehr „wie so ein Sack Steine mit mir rumtragen“. Die Zeit habe eine schöne und eine schwere Seite gehabt: Die Crew sei in der Szene blacklisted gewesen, es habe noch keine Monetarisierung gegeben und der CD-Markt sei gerade eingebrochen. Dass sie sich trotzdem behauptet hätten, sei für ihn der eigentliche German Dream. Deshalb habe er für sich „eine Schlusslinie ziehen“ wollen.

Gleichzeitig spricht Eko offen über die Kehrseite. Als der Erfolg endlich gekommen sei, habe er selbst kurz vor der Insolvenz gestanden und nicht mehr die Kraft gehabt, die Jungs zusammenzuhalten. „Das ist so ein bisschen die Tragik an German Dream. Ich bereue aber trotzdem nicht.“ Diese Tragik wolle er nicht die ganze Zeit bei sich halten, deshalb sein Fazit: „das Kapitel möchte ich abschließen“. Der Name dürfe bleiben, vielleicht gebe es irgendwann eine Agentur oder Firma, die so heißt. Das Rap-Label solle aber an die Seite gelegt werden. „Es war nicht irgendwie böse gemeint.“

Paperboy, Banger Musik und Kool Savas

Mit Paperboy will Eko breiter denken als mit einem klassischen Rap-Label. Er sehe das Ganze universeller, vielleicht werde man auch Filme produzieren. Seine neue Crew bestehe eher aus Leuten, die mit ihm zusammenarbeiten, etwa an Beats oder Filmen. Ein Rapper könne irgendwann dazukommen. Neue Künstler im alten Stil aufzubauen, lohne sich für ihn finanziell aber nicht mehr: „ich sehe da irgendwie nicht mehr den Value drin“. Dazu kämen viele Enttäuschungen mit Menschen, in die er Zeit investiert habe.

Als Fortführung des Traums sieht Eko am ehesten Banger Musik, weil das Label unmittelbar an German Dream angeknüpft habe. Farid Bang habe den Ball genommen und sei weitergelaufen, während er selbst erst einmal stehen geblieben sei, um seine eigenen Angelegenheiten zu ordnen. Farid gehörte zu den Talenten, die Eko einst groß gemacht hat - selbst seinen Künstlernamen hat Eko erfunden. Rund um das Album „Ekrem“ habe er dann den Manager gewechselt und sich wieder um die eigene Karriere gekümmert.

Zum Auftakt des Gesprächs blickt Eko außerdem auf die Versöhnung mit Kool Savas zurück, die auf dessen ausverkaufter 50-Jahre-Show für einen der größten Hiphop-Momente sorgte. Der Auftritt habe wohl „das innere Kind von vielen geheilt“, sagt Eko. Ob irgendwann ein gemeinsamer Song kommt, lässt er offen, jeder mache sein eigenes Ding. Im Talk geht es zudem um „Freezy Bumaye 3.0“ und um die Frage, warum er die Bushido-Thematik lieber bei einem Anwalt besprochen hat. Bei Rechtsanwalt Christian Solmecke hatte er zuletzt erklärt, die Texte eines kompletten Bushido-Klassikers geschrieben zu haben.