„Die habe ich alle geschrieben“ - Eko Fresh bestätigt Autorenschaft am kompletten Bushido-Klassiker

Eko Fresh spricht beim Anwalt über Bushido

Seit dem Release seiner Single „PARA PARA“ steht die Frage wieder im Raum, wie viel von Bushidos Katalog eigentlich aus Eko Freshs Feder stammt. Jetzt hat der Kölner den Schritt gemacht, den er über 20 Jahre lang vermieden hat: Er hat sich mit Rechtsanwalt Christian Solmecke von WBS Legal vor die Kamera gesetzt und die gemeinsame Zeit mit Bushido Album für Album durchgesprochen. Bewusst nicht in einem Livestream und nicht bei einem HipHop-Format, wie er selbst betont, sondern beim Juristen.

Auf die Feststellung, er habe einen Großteil der Songs geschrieben, antwortet Eko ohne Umschweife: „Die habe ich alle geschrieben.“ Bei „Staatsfeind Nr. 1“ seien es die Singles gewesen und vielleicht ein, zwei weitere Stücke. Bei „Von der Skyline zum Bordstein zurück“ - dem Album, das Platin holte, auf Platz zwei der Charts einstieg und 2007 mit dem Echo ausgezeichnet wurde - beansprucht er dagegen den kompletten Text für sich. Damit geht er deutlich weiter als in seiner Ankündigung auf „PARA PARA“.

Warum das alles erst jetzt kommt, begründet er mit Verjährung und einem aus seiner Sicht abgelaufenen Gentlemen’s Agreement. Bushido habe seine letzte Tour und sein letztes Album angekündigt, sein eigenes HipHop-Fenster werde ohnehin kleiner. Jahrelang habe er bewusst geschwiegen, auch aus einem sehr simplen Grund: „ich wollte auch nicht mit dem in der Google Suche landen“. Böse gemeint sei das nicht, er freue sich für Bushido, habe aber einen anderen Weg genommen.

„Ich hab das auch vorgerappt“

Die Sessions beschreibt Eko als klare Arbeitsteilung. Bushido habe ihm eine Suite in einem Hotel in Köln-Deutz gemietet, sein Kindheitsfreund und Produzent Kingsize habe dort produziert, er selbst habe geschrieben. Bushido sei tagsüber unterwegs gewesen, habe seinen neuen Status genossen und sei abends vorbeigekommen, um etwas einzurappen. Für Eko und seinen Produzenten sei das ein Zustand gewesen, in dem sie nach eigener Aussage einfach Kunst gelebt hätten.

Vorgegeben habe er dabei jede einzelne Zeile: „Ich hab es immer vorgemacht. Ja, ich hab das auch vorgerappt.“ Untereinander hätten sie manchmal darüber gelacht, dass eine ganze Strophe im Timing verschoben werden musste, weil Bushido zu spät dran gewesen sei. Abwertend sei das nicht zu verstehen, betont Eko im Video - es gehe ihm darum zu zeigen, wie die Arbeit zwischen ihm und seinem Produzenten damals ablief.

Persönlich werden will Eko dabei ausdrücklich nicht. Er wolle niemanden dissen, sagt er mehrfach, und wünsche Bushido, dass der seinen Frieden findet. Bushido selbst hat sich zu den Ghostwriting-Vorwürfen öffentlich nie umfassend geäußert und der Darstellung von Eko Fresh in der Vergangenheit sogar widersprochen. Eine Reaktion auf das Interview steht bislang aus.