„The Voice“-Kandidatin weigert sich aus Glaubensgründen für Shirin David „Ave Maria“ zu singen

„Ave Maria“ sorgt für Eklat im Team von Shirin David

Bei „The Voice of Germany“ ist es am Freitagabend zu einer Situation gekommen, die selbst die erfahrenen Coaches so noch nicht erlebt hatten. Shirin David hatte für die Battles ihre Kandidatin Jessica Paulo und Opernsänger Hank zusammengesteckt und den beiden „Ave Maria“ zugeteilt. Die 20-jährige Bernerin weigerte sich allerdings, das Lied zu singen – und zwar aus religiösen Gründen.

Jessica ist evangelisch und sieht in dem Marienlied ein Gebet, das sie mit ihrem Glauben nicht vereinbaren kann. „Wir beten Maria nicht an. Ich bete nur Jesus Christus an“, erklärte sie. Und weiter: „Ich würde mich gar nicht gut fühlen, wenn ich ein Gebet zu Maria machen müsste.“ Ihr 46-jähriger Battle-Partner hatte für die Diskussion wenig übrig: „Ich will nur Musiker sein. Ich will kein Prediger sein.“

Shirin David zeigte sich sichtlich überrumpelt: „Ich bin einfach komplett schockiert, dass die diesen Song nicht singen wollen.“ Die Rapperin, die schon in den Blind Auditions mit einer Opern-Einlage mit Hank für Staunen gesorgt hatte, entschied sich am Ende für eine ungewöhnliche Lösung: Hank sang allein „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel, Jessica den Lobpreis-Song „Gratitude“ von Brandon Lake. „Weil ich jemanden nicht aufgrund seiner Religion und seines Glaubens ausgrenzen möchte“, begründete Shirin die Ausnahme.

Michi Beck und Nico Santos kritisieren die Ausnahme

Bei den anderen Coaches kam die Entscheidung nicht gut an. Michi Beck von den Fantastischen Vier stellte klar: „Ich find’s nicht okay.“ Er verwies auf frühere Staffeln: „Wir haben Battles gehabt, da hat sich einer nicht wohlgefühlt.“ In solchen Fällen habe man einen anderen Song gesucht, mit dem sich beide Talente wohlfühlen.

Auch Nico Santos sah die Sache kritisch: „Der Glaube sollte Menschen eigentlich zusammenbringen. Das ist hier leider nicht passiert.“ Smudo betonte, dass es in den Battles darum gehe, zwei Talente auf einer gemeinsamen Grundlage zusammenzubringen. Shirin nahm die Kritik an: „Ich find es total fair, was ihr sagt. Ich respektier das total und ich bin da auch bei euch.“ Wegen des Zeitdrucks – die Battles standen nur wenige Tage bevor – habe sie ihr Team aber nicht mehr umstellen können.

Am Ende blieb der Eklat ohne Verlierer: Shirin nahm sowohl Jessica als auch Hank mit in die Teamfights. In ihrer Blind Audition hatte die Schweizerin mit dem Lobpreis-Song „Oceans“ einen Vierer-Buzzer geholt und sich anschließend für Shirin entschieden, die ihr damals versprochen hatte: „Jessica, du bist mit Abstand einer meiner Favorites dieses Jahr bei The Voice of Germany.“ Für Shirin ist es die nächste Schlagzeile als Coach – erst vor wenigen Wochen hatte Joyn ein altes Foto der Rapperin aus dem Jahr 2014 ausgegraben.