„Der hat Rückgrat“ – Arafat Abou-Chaker lobt im Compact-Interview AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla

Arafat Abou-Chaker im Compact-Interview

Arafat Abou-Chaker hat sich erneut für ein langes Gespräch vor die Kamera gesetzt – dieses Mal allerdings nicht in einem Rap-Podcast. Im Interview mit Paul Klemm vom Compact-Magazin spricht er gut 43 Minuten lang über die AfD, die Linkspartei, Migration, den Nahost-Konflikt und das Verfahren, das aktuell gegen ihn läuft. Erst vor wenigen Wochen hatte er im Podcast „ungeskriptet“ über Schutzgeld und Security gesprochen.

Für Aufsehen sorgt vor allem sein Lob für AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla. Den schätze er, weil er sage, was er denkt, und sich klar israelkritisch äußere. Dafür gelte: „da musst du heutzutage in Deutschland Eier haben“. Sein Fazit über Chrupalla: „der Typ als Deutscher in Deutschland in der Politik, der hat Rückgrat. Und sowas respektiere ich.“

Ein AfD-Fan ist Arafat deshalb aber nicht. Über die Partei als Ganzes sagt er: „Aber die fahren für mich keine Linie.“ Auf die Frage, ob er verstehen könne, dass immer mehr Menschen nach Abschiebungen rufen, antwortet er knapp: „Remigration brauchen wir nicht“. Auch die Linkspartei würde er wegen ihrer Gesellschaftspolitik nicht wählen: „Distanziere ich mich komplett davon“.

„In Deutschland gibt es keine Meinungsfreiheit“

Ausgangspunkt des Gesprächs ist das Verfahren wegen Volksverhetzung. Hintergrund ist ein TikTok-Live mit Pierre Vogel, in dem Arafat den israelischen Premier Benjamin Netanjahu mit Adolf Hitler verglichen hatte – wir hatten im Februar über das anstehende Verfahren berichtet. Nach eigener Aussage habe ihn der Zentralrat der Juden angezeigt. Der Prozess sei inzwischen erneut verschoben worden: „Ich glaube, Anfang 27.“

Einsichtig zeigt er sich dabei nicht. „Am Ende des Tages, ich habe nichts falsch gesagt“, betont Arafat. Und weiter: „In Deutschland gibt es keine Meinungsfreiheit. (…) Also, wer daran glaubt, der glaubt an Weihnachten.“

Im weiteren Verlauf bezeichnet er die Flüchtlingsbewegung von 2015 als gewollt. Zum Schluss outet er sich überraschend als „absoluter Helmut Schmidt Fan“ und wünscht sich mehr Volksabstimmungen in Deutschland. Sogar in der AfD gebe es „sehr kluge Köpfe“, die sich mit Leuten aus anderen Parteien zu einer neuen Partei zusammentun sollten.